| Der Mörder in mir von Jim Thompson Aus dem Amerikanischen von Ute Tanner und Ulrike Wasel Bearbeitung und Regie: Norbert Schaeffer SWF / hr / NDR 1993 57 Min. Mit: Peter Dirschauer, Ellen Schulz, Karin Pfammatter, Joachim Nottke, Christine Davis, Jürgen Holtz, Dieter Kirchlechner u.a. Lou Ford ist der sympathische, menschenfreundliche Deputy-Sheriff des amerikanischen Städtchens Central City. Der Schein aber trügt gewaltig: Lou Ford tötet brutal und skrupellos jeden, der ihm im Weg steht oder ihm gefährlich werden könnte: den Sohn des Mannes, den er hasst, und sogar die Frau, mit der er seit ein paar Monaten ein Verhältnis hat. Es gibt genügend Spuren, die auf Lou als Mörder hinweisen, doch seine Reputation im Ort - und die seines Vaters - machen die Einwohner blind für die Wahrheit. Der Schlüssel zu Lous zerstörerischen und selbstzerstörerischen Aggressionen liegt in dem furchtbaren Geheimnis, das er seit seiner Jugend mit sich herumträgt. Bemerkungen: Der Protagonist dieses Hörspiels, Lou Ford, hat sich bislang durch das Leben gemogelt. Trotz seines eigentlich verabscheuungswürdigen Charakters, weiß er geschickt, sich stets positiv in Szene zu setzen, so dass er sogar als sehr beliebt gilt. Aber er hat ein dunkles Geheimnis, das in ihm schlummert und langsam entdeckt zu werden droht. Lou setzt aber alles daran, dass gerade das nicht passiert - auch wenn er damit weitere Risiken eingehen, beziehungsweise Verbrechen in Kauf muss. Einen sehr düsteren Krimi hat sich Jim Thomson da ausgedacht. Tragende Säule ist die sehr gelungene Figur Lou Ford, mit dessen ambivalentem Charakter dieses Stück steht und fällt. Ford wird von Peter Dirschauer gut verkörpert. Ihm gelingt es, die beiden Gesichter prägnant darzustellen, aber auch da, wo es drauf ankommt, gut und glaubwürdig zu mischen. Die Inszenierung wird geprägt vom steten Wechsel zwischen der Gedankenwelt Fords und den tatsächlichen Ereignissen. Regisseur Norbert Schaeffer hat hier eine Trennung hinbekommen, die beide Bereiche gut zeichnet und trotzdem nie zu einfach wirkt. Auch wenn "Der Mörder in mir" kein Überflieger an Spannung ist, wird hier immerhin originelle Unterhaltung mit einigen bitterbösen Elementen geboten. Die Geschichte ist sehr stimmig inszeniert und punktet insbesondere durch die gute Leistung Peter Dirschauers. Meine Wertung: + + + |
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