| Der Mörder klingelt nicht von Hans Häußler Regie: Günter Sauer hr / SWF 1979 50 Min. Patrizia Stutenbäker: Ilona Wiedem Harry Stutenbäker: Günther Sauer Max: Peter Roggisch Hans Hartok: Eckart Dux Karin: Sabine Postel Frau Kablitz: Elisabeth Wiedemann Conny Schuhmann: Paul Bürks Mann an der Tür: Peter Schmitz "Stellen Sie sich vor, Sie gehen am Meer spazieren, und plötzlich sehen Sie vor sich auf dem Strand eine rote Rose, eine tote Ratte, einen Spazierstock, einen grauen Mantel und einen schwarzen Hut liegen. Ein Europäer würde sich sofort fragen, woher die Sachen kommen und wem sie gehören. Ein Asiate dagegen würde sich fragen, was das zu bedeuten hat." Dieses rätselhafte Gleichnis wird dem Schriftsteller Hans Hartok zum parabolischen Signal, als er unversehens und wider Willen zum detektivischen Mitwisser eines Kriminalfalles gemacht wird. Der Mann, der ihn mit dieser Geschichte lockt, hat ihn angerufen, weil er Angst hat, ermordet zu werden. Hans Häußler (1931-2010), Berliner Schriftsteller, Hörspielautor, Maler und Grafiker. Er arbeitete als Sozialtrainer und Dozent in der Psychiatrie und im Strafvollzug, war Mitbegründer der Neuen Gesellschaft für Literatur, Mitinitiator der Berliner Autorentage, der Hörspieltage, der Berliner Märchentage und des Deutsch-Polnischen Poetendampfers. „Der Mörder klingelt nicht“ wurde zum Hörspiel des Monats März 1980 gekürt. Bemerkungen: Mit einem Telefonanruf beginnt alles; ein Anruf, der einige kryptische, aber auch einen konkreten Hinweis auf einen bevorstehenden Mord enthält. Krimi-Autor Stutenbäker geht auf eine sehr ungewöhnliche Ermittlung ein. Er lässt sich von dem anonymen Anrufer von Zeuge zu Zeuge treiben und langsam beginnt sich ein Bild der Geschichte zu formen. Unterstützung erhält er von seiner Freundin Patrizia, die ihm den entscheidenden Hinweis liefert. Ein Hörspiel, das fast komplett aus Telefongesprächen besteht und damit Hörer und Protagonist auf eine gleichberechtigte Ebene trägt. Dieses Muster war schon bei einigen Produktionen Garant für gute Hörspielunterhaltung. Auch hier funktioniert das über weite Strecken richtig gut. Es ist unterhaltsam und spannend, allerdings verliert sich dies, je näher das Ende rückt. Die Auflösung enthüllt den stark konstruierten Plot, der als Denkmodell originell, aber nur wenig greifbar ist. Gerade das hinterlässt dann einen zwiespältigen Eindruck, da die aufgebaute Spannung und das Hörinteresse verpufft - oder vielleicht besser verplätschert. Schade, aber da wäre mehr drin gewesen.. Meine Wertung: + + |
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