| Der neue Mantel Hörspiel nach Nikolai Gogols gleichnamigen Novelle Akakij Akakijewitsch Baschmatschkin, Beamter im zaristischen Russland, braucht dringend einen neuen Mantel, also kopiert er abends Akten, spart sich Rubel für Rubel vom Munde ab, bis endlich der neue Mantel vom Schneider geliefert wird. Nach einer fröhlichen Feier mit Bürokollegen steigt B. einer Strassenschönen nach, wobei er von zwei Räubern überfallen wird, die ihm den Mantel entreißen. Um eine ordnungsgemäße Anzeige erstatten zu können, muß er bescheiden vor Polizeibeamten und höheren Dienststellen erscheinen. Aber so, wie seine Kunden früher bei ihm, stößt er jetzt auf taube Ohren und wird unwürdig behandelt. Als nach Monaten der Bescheid kommt, er dürfe sein Gesuch persönlich im Vorzimmer seiner Exzellenz abgeben, ist er nicht mehr am Leben. Mit: Heinz Klevenov (Erzähler), Max Eckard (Erzähler), Ullrich Haupt (Erzähler), Günther Schramm (Erzähler), Manfred Steffen (Erzähler), Max Walter Sieg (Akakij Akakijewitsch), Gerda Maria Jürgens (Witwe), Willy Maertens (Käsehändler), Fritz Wagner (Reviervorsteher), Günther Jerschke (Revierschreiber), Hans Paetsch (Exzellenz), Erik Brädt (Jugendfreund von Exzellenz) Hörspielfassung: Max Gundermann Regie: Gert Westphal NDR 1952 50 Min. Der grosse russische Novellist, Dramatiker und Satiriker Nikolai Gogol wurde am 31. März 1809 in Sorochinsti, in der Ukraine geboren. Eigentlich hiess er Ianovskji, aber sein Grossvater hatte den Namen Gogol angenommen, um eine noble Kossaken-Ahnenreihe zu behaupten zu können. Gogols Vater schrieb Gedichte, Theaterstücke und Sketche in ukrainischer Sprache. Nikolai Gogol begründete den «kritischen Realismus» in der russischen Literatur. Als Dichter berühmt wurde er z.B. mit dem Roman «Die toten Seelen» oder mit der Komödie «Der Revisor». «Der Mantel» erschien 1842 und gehört zu den Meisternovellen Nikolai Gogols. Zwischen 1836 und 1848 unternahm Gogol Reisen durch Deutschland, die Schweiz, Österreich, Frankreich und Italien und durchlief eine schwere schöpferische Krise. Zudem begann er an einer paranoid-halluzinatorischen Psychose zu leiden, einer Form der Schizophrenie. 1848 begab er sich auf eine Wallfahrt nach Palästina und geriet unter den Einfluss eines Priesters, der seine Werke als verderbt ansah. Er verbrannte - möglicherweise in einem wahnhaften Anfall - das Manuskript des zweiten Teils der «Toten Seelen», bezeichnete dies aber kurz darauf als großen Fehler. Zehn Tage später verstarb Gogol an den Folgen strengen religiösen Fastens im Alter von 42 Jahren (1852). Viele Jahre nach Gogols Tod wurde sein Grab zwecks einer Umbettung geöffnet und man fand das Skelett des Dichters völlig verdreht im Sarg liegend vor. Eine naheliegende Erklärung dafür ist, dass Gogol lebendig begraben wurde. |
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