Der Prozeß um des Esels Schatten
von Friedrich Dürrenmatt

Regie: Klaus W. Leonhard
DRS 1974
82 Min.




Zahnarzt Struthion: Klaus Schwarzkopf
Eseltreiber Anthrax: Hans-Dieter Zeidler
Krobyle: Gertrud Rudolph
Philippides: Horst Christian Beckmann
Physignatus: Franz Matter
Polyphonus: Helmut Winkelmann
Peleias: Jutta Sich
Mastax: Hans Heine
Tiphys: Rainer zur Linde
Irs: Susi Aeberhard
Strobylus: Kurt Langanke
Telesia: Herlinde Latzko
Agathyrsus: Alfons Hoffmann
Hysibaos: Franz Dehler
Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins: Hans-Günther Müller
Vorsitzender des Tierschutzvereins: Hatto Hirsch
Direktor der Marmor AG: Siegfried Meisner
Agitator: Paul Felix Binz
Pfrieme: Günter Gube
Abgesandter der Schattenpartei: Rico Herold
Abgesandter der Eselspartei: Wolfgang Hiller
Feuerwächter: Peter Holliger, Peter Meier
Feuerwehrhauptmann Pyrops: Karlheinz Heidecker
Bettler: Friedrich Giese
Ausrufer: Klaus Degenhardt
Verkäuferin: Charlotte Schwab
Miltias: Peter Holliger
5 Richter: Wolfgang Hiller, Klaus Degenhardt, Friedrich Giese, Alf Breithen, Peter Hasslinger
der Esel: Friedrich Dürrenmatt


In Friedrich Dürrenmatts groteskem Stück streiten sich zwei Parteien vor Gericht, ob die Miete eines Esels für eine Reise über Land auch dessen Schatten mit einschliesst. Darf der Reisende sich umsonst in den Schatten des Esels setzen, oder muss er für diese Leistung gesondert bezahlen? Es kommt zum Prozess, in dessen Verlauf eine ganze Stadt hineingezogen wird und der immer weiter Kreise der Anteilnahme, der Erregung und des Hasses zieht. Die Geschichte endet in einer Katastrophe.



Bemerkungen:

Dürrenmatts Groteske zeigt an einem einfachen, wie kuriosen Aufhänger, zu welchem Selbstläufer selbst Nichtigkeiten werden können. "Es geht ums Prinzip" und damit legt man einen Auftakt für eine ungebremste Entwicklung, bei der Dürrenmatt ein satirisch überzogenes, aber nicht von der Hand zu weisendes, gesellschaftlich stets aktuelles Bild zeichnet.

Sehr interessant ist auch die Darstellung: Die Geschichte grassiert und die Personen, die neu in das Geschehen mit hineingezogen werden, erzählen die anstehende Epsiode aus ihrer Sicht. Die eigentlichen Hauptakteure geraten immer mehr aus dem Fokus,  je weiter sich die Spirale dreht.

Klaus W. Leonhard hat die Geschichte 1974 für das DRS inszeniert. Die Produktion ist traditionell aufgestellt. Der Text, beziehungsweise das Schauspiel ist hier das zentrale Element. Die Figuren sind durch die Bank gut und glaubhaft dargestellt; Trotz des satirischen Inhaltes, überzieht hier keiner der Akteure.

Eine sehr unterhaltsame, groteske Satire, die Dürrenmatt hier in ein Hörspiel gegossen hat. Die Geschichte unterhält, wenngleich die Inszenierung doch etwas farbenfroher hätte sein dürfen.


Die CD-Fassung des Hörspiels ist im Christoph-Merian-Verlag erschienen und enthält als Bonusmaterial ein Interview mit dem Autor.

Meine Wertung: + + +

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