Rolf Dieter Brinkmann
Der Tierplanet
Regie: Raoul Wolfgang Schnell
49’00 Min.
WDR 1972
Rolf
Dieter Brinkmann beruft sich auf die Erkenntnis, dass, ehe ein
Geschehen oder ein Bild das Bewusstsein erreicht, schon die stille,
unkontrollierbare Reaktion des Organismus stattgefunden hat. Brinkmann
über sein zweites Hörspiel:
"Man sagt, der
Schreck sitzt ihm in den Gliedern. Mir kam es darauf an, einige
psychische Zustände der flimmrigen Grenze des Bewußtseins
darzustellen, sich verschiebende Muster, Folgen rascher sinnlicher
Eindrücke zu entwickeln. Die Geschichte zu den einzelnen Bildern
mag sich der Hörer im Augenblick des Anhörens selber
dazudenken. Die Bildfolgen sind auf eine größere Anzahl von
Stimmen verteilt, chorartig, in sprunghaftem Rhythmus, die schwebende,
flackrige Textflächen ergeben, deren Deutlichkeitsgrade wie bei
alten Filmen wechseln, von den Rändern der Bilder dringt
sprunghafte Schwärze vor, hellt sich auf, dringt wieder vor. Und
die Sätze laufen gegeneinander, verklammern sich, ergänzen
sich, treiben sich weiter, stehen isoliert und werden abgewandelt,
ziehen sich hin und wieder zu einer bröckeligen Geschichte auf
eine Stimme zusammen.“
Mit Wolfgang Büttner, Siegfried Wischnewski, Werner Hessenland, Gerty Soltau, Arnold Marquis u.v.a.