Der verbotene Ort
Autor: Fred Vargas
Produktion: WDR 2009
Bearbeitung und Regie:
Frank-Erich Hübner
Dauer: 150 Min.


Mitwirkende:

Adamsberg: Volker Risch
Danglard: Peter Fricke
Josselin: Matthias Ponnier
Zerk: Daniel Wiemer
Estalere: Fabian Sattler
Retancourt: Gabriele Blum
Lamarre: Heinrich Giskes
Mordent: Wolfgang Rüter
Noel: Paul Faßnacht
Froissy: Sigrid Burkholder
Voisenet: Jochen Kolenda
Veyrenc: Christian Redl
Emile: Thomas Piper
Lucio: Hans Schulze
Clyde-Fox: Steve Hudson
Clems: Pierre Shrady
Dr. Lovoisier: Matthias Haase
Vlad: Carlo Ljubek
Arandjel: Horst Sachtleben
Bosko, serbisch: Boris Gajic
Danica, serbisch: Zeljka Preksavec
Dinh: Hüseyin Michael Cirpici
Dr. Romain: Klaus Herm
Helene: Janina Sachau
Mme Bourland: Barbara Ratthey
Nolet: Claus-Dieter Clausnitzer
Pierre: Michael-Che Koch
Radstock: Tom Zahner
Thalberg: Georg Marin
Vukasin: Danilo Gajic
Weill: Jürgen Thormann


Bild: WDR/S.Anneck
Kommissar Adamberg: Volker Risch

Bild: WDR/S.Anneck
Danglard: Peter Fricke

Bild: WDR/S.Anneck
Noel: Paul Fasnacht (re)
Estalere: Fabian Sattler (li)

Bild: WDR/S.Anneck
vordere Reihe:
Voisenet: Jochen Kolenda
Froissy: Sigrid Burgholder
Estalere: Fabian Sattler

dahinter:
Kommissar Adamberg: Volker Risch
Noel: Jürgen Fasnacht
Danglard: Peter Fricke
Lamarre:Heinrich Giskes



Bilder: WDR/S.Anneck

Inhalt:

Kommissar Adamsberg macht in London einen grausamen Fund: Vor dem Friedhof Highgate stehen neun Paar ordentlich aufgereihte Schuhe – mitsamt den dazugehörigen Füßen. Auch in Paris beschäftigt ihn ein mysteriöser Fall. Ein alter Mann wurde auf bestialische Weise ermordet. Die einzige Spur führt nach Transsilvanien, wo die Sage um den berüchtigten Vampir Plogojowitz noch lebendig ist. Dort liegt ein Geheimnis begraben, das die Bewohner eines kleinen Dorfes noch heute in Angst versetzt.
 
Bemerkungen:
Fred Vargas steht nicht gerade im Ruf, einfach gestrickte Krimis zu schreiben. Sie versteht es, in ihren Romanen auf den ersten Blick unvereinbare Elemente intelligent zu verknüpfen, dass am Ende kein Eindruck von Konstuktion zurückbleibt.

Das mag in der Vorlage zu diesem Hörspiel auch so gewesen sein, die Umsetzung zumindest schafft diese Klippe aber nur bedingt. Frank-Erich Hübner erzählt den Krimi zwar im bekannt guten Flair der früheren WDR-Umsetzungen von Geschichten der französichen Autorin, es gelingt ihm hier aber nicht, diesen für den Hörer richtig rund wirken zu lassen. Dazu ist dann vielleicht das Thema dann doch ein wenig zu skurril, um es in 2,5 Stunden Spielzeit in eine glaubwürdige Form zu bringen.

In diesem Hörspiel sind zwar die Elemente, wie Vampirkult, die seltsame Schuhgeschichte und der blutige Mord, per se interessant, die sie verbindenden Fäden, tragen aber die Geschichte nicht wirklich.

Dabei bringt die Umsetzung aber auch sehr positive Aspekte: Beispielsweise das erneut grandiose Sprecherensemble mit Volker Risch und Peter Fricke an der Spitze. Daneben gibt es auch in den Nebenrollen viele sehr gute Leistungen von wunderbaren Schauspielern. Unter anderem ist hier Barbara Ratthey in einer ihren letzten Rollen zu hören.

Sehr originell ist auch der Verzicht auf einige Szenen, die normalerweise unverzichtbar sind, aber deren Quintessenz sich durch den Anschluss ergibt. Dadurch fallen aber auch einige spannende Sequenzen unter den Tisch, so dass die Anzahl der besonderen Akzente etwas reduziert wird.

Der verbleibende Rest wirkt dann etwas eintönig, da Stimmungs- und Tempowechsel kaum wahrnehmbar sind.


Das, was die bisherigen WDR-Produktionen von Fred Vargas so besonders machte, ist auch weitestgehend hier vorhanden, allerdings verlangt die Geschichte hier etwas mehr als ein gelungenes Flair und passend besetzte Rollen. Hier hätte man für meinen Geschmack den Fall besser strukturieren und die Verflechtungen besser darstellen müssen. So leidet leider die Verständlichkeit und das Hörinteresse so deutlich, dass ich hier nur eine eingeschränkte Empfehlung aussprechen kann.
 

 

Meine Wertung: +