Der Zusenn
oder das Heimat
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Autor: |
Adolf Muschg |
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Produktion: |
DRS 1980 |
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Regie: |
Christian Jauslin |
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Dauer: |
47 Min. |
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Mitwirkende: |
Walo Lüönd |
Inhalt: |
Ein einfacher, kaum des Lesens und Schreibens
mächtiger Senn, der offenbar einer Straftat angeklagt ist,
schreibt dem Gericht und versucht seine Lage zu erläutern.
Entsprechend ungelenk ist die Sprache, die ihm Adolf Muschg verleiht.
Auf geschickte Weise sorgt Muschg für Spannung, indem er
zunächst nur Andeutungen einstreut und erst
allmählich deutlicher wird. Sobald dann klar ist, dass es sich
um ein inzestuöses Verhältnis zwischen dem Vater und
seiner älteren Tochter handelt, setzt Muschg noch eins drauf.
Der Reiz der Erzählung liegt auch in der Diskrepanz zwischen
der Tat und ihrer Einschätzung durch den einfältigen
Briefschreiber.
Walo Lüönd (geb. 1927) ist einer der bekanntesten und
beliebtesten
Schweizer Schauspieler und wirkte in vielen
Hörspielproduktionen von
Schweizer Radio DRS mit.
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Bemerkungen:
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Die
Produktion, die der DRS bereits im Jahr 1980 erstellte, bringt der
Christoph Merian Verlag anlässlich des 75. Geburtstages von
Adolf Muschg im Mai 2009 in den Handel.
Der Autor schildert hier ein umfassendes Geständnis eines
Bauern, dessen Leben aus den Fugen geraten ist. Es mündet in
einem inzestösen Verhältnis, zu dem er eine ganz
eigene Sichtweise hat. Diese fasziniert den Hörer und schreckt
ihn gleichzeitig ab. Die Sprache ist dabei sehr gut gewählt,
sie nutzt die Unbeholfenheit und Untertänigkeit des Bauern und
bleit trotzdem auf einem hohen literartischen Niveau.
Die merkwürdig bewegende Geschichte wird von Walö
Lüönd interpretiert. Er nimmt die Figur des
geständigen Bauern ein und trägt den Brief in einer
guten Mischung aus Emotionalität und sachlichem Vortrag, der
den Respekt zum "hohen Gericht" gut widerspiegelt, vor.
Die Umsetzung beschränkt sich auf den reinen Text,
schnörkellos wird hier ohne Einführung oder Abspann
der Brief wiedergegeben. Der Hörer wird hier ins kalte Wasser
geworfen und muss sich zunächst ein wenig in die Geschichte
einfinden.
Ein Wort noch zur Sprache - Hörspielhörer
aus nördlicheren Gefilden dürften hier vor keiner
unüberwindbaren Sprachbarriere stehen. Es ist
natürlich in Schweizer Mundart, aber allein schon durch den
ruhigen Vortrag, auch gut zu verstehen.
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