| Die Amnesie der Ozeane Hörspiel von Stephan Krass Komposition: Ulrike Haage Regie: Ulrich Lampen SWR 2008 51 Min. Mit: Andreas Schlager, Paul Herwig, Friedhelm Ptok, Katja Bürkle u. a. ![]() Andreas Schlager mit Regisseur Ulrich Lampen; Bild: SWR/Monika Maier ![]() Paul Herwig und Friedhelm Ptok; Bild: SWR/Monika Maier Die Geschichte des Rap ist so alt wie die Rhapsodie. Schon die antiken Wandersänger, die mit Homers Versepen unterwegs waren, folgten in ihren Gesängen einem Regelkanon, der mit Rhythmisierungen, Wiederholungen und Remix-Techniken arbeitete. Der performative Charakter macht beide Künste zu akustischen Medien. Seit wir im Bild des Netzes ein universales Paradigma gefunden haben, können wir die Rückbezüge hör- und sichtbar machen. Auf die Sprünge helfen uns dabei die Zwergkängurus. Mit ihrem arttypischen Krisenmanagement, das sich an einer geheimnisvollen Ordnung ausrichtet, setzen sie uns auf die Spur der Zeichensysteme, des Großen Generators, des Buchs Mythopoiesis, der Suchmaschine, des Passworts und des Wörterwebstuhls. So erscheint die Lesbarkeit der Welt als patchwork verschiedener Texturen. In die Fäden, mit denen Rhapsodie und Rap verknüpft werden, sind zugleich auch alle Buchstaben verwickelt, die von Alpha (wie in Amnesie) bis zu Omega (wie in Ozean) das Textgeflecht des Schöpfungs-Alphabets umspannen. Stephan Krass, geboren 1951 in Ochtrup, lebt als Autor und Literaturredakteur des SWR in Karlsruhe und New York. Lehrbeauftragter für Literatur an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe; zahlreiche Text-Installationen und Performances; »Anagramm-Poem« auf Einladung von Hans Magnus Enzensberger für den »Poesieautomaten« im Literaturmuseum der Moderne, Marbach; zuletzt erschien: »Lichtbesen aus Blei. Gewichtete Gedichte« (2004) und »Poetischer Doppelpass. Ein Spiel mit Buchstaben und Bällen« (2008); Hörspielpreis der Akademie der Künste Berlin für das Hörspiel »Ponderabilien« (SWR 2006). |
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