Die Bildhauerin

Nach dem gleichnamigen Kriminalroman von Minette Walters

Aus dem Englischen von Mechthild Sandberg-Ciletti

Hörspielbearbeitung und
Regie: Peter Rothin
Produktion: WDR 1996

108  Minuten

enthalten auf:



Olive Martin: Steffi Kühnert
Rosalind Leigh: Lena Stolze
Iris: Mites van Oepen
Sergeant Hawksley: Jürg Löw
Rupert: Horst Mendroch


Die Londoner Journalistin Rosalind Leigh bekommt von ihrem Verleger den Auftrag, ein Buch über den Fall Olive Martin zu schreiben. Seit fünf Jahren sitzt die 23-jährige, 140 Kilo schwere Olive im Knast. Sie wurde zu 25 Jahren Haft verurteilt, weil sie sich schuldig bekannte, Mutter und Schwester bestialisch ermordet zu haben. Sie ist nicht nur grotesk fett, sondern leidet zudem unter Tobsuchtsanfällen. Der entsetzliche Anblick macht Angst. Im Gefängnis ist Olive gefürchtet. Die meiste Zeit verbringt sie damit, Figuren zu kneten, in die sie Nadeln sticht. Deshalb wird sie von den anderen nur noch die "Bildhauerin" genannt. Rosalind Leigh besucht sie und ist von der Persönlichkeit der "Bildhauerin" auf merkwürdige Weise fasziniert. Rosalind recherchiert und stößt auf manche Ungereimtheit, auch im Hinblick auf die Ermittlungen der Polizei. Zusammen mit der Bildhauerin tritt sie eine gefährliche Reise in eine fremde Welt voll dunkler Geheimnisse an. Eine Reise, die nicht nur das Leben von Olive Martin verändern wird, sondern auch ihr eigenes.


Minette Walters, geboren 1949 in Bishoph’s Stortford, lebt als Kriminalschriftstellerin in Dorset/England. 1992 landete sie mit ihrem Krimidebüt »Im Eishaus« auf Anhieb einen Bestseller. In den Folgejahren erhielten ihre Bücher viele Auszeichnungen, sie zählt inzwischen zu den beliebtesten und meistgelesenen Krimiautorinnen weltweit. Für ihren Roman »Die Bildhauerin« wurde sie mit dem Edgar-Allan-Poe-Preis ausgezeichnet.


Bemerkungen:

Mit "Die Bildhauerin" hat Minette Walters eines ihrer besten Bücher geschrieben. Die Aufarbeitung des Kriminalfalles, der scheinbar schon abgeschlossen und der Täter seiner Strafe zugeführt worden ist, sorgt für Zweifel am damaligen Urteil. Es tauchen neue Indizien auf, die eine völlig andere Bewertung erfordern.

Diese bekannte Idee bekommt mit der Figur der Täterin - perfekt gespielt von Steffi Kühnert - eine ganz besondere und hörenswerte Note. Denn hier geht es um mehr als Fakten, hier geht es auch um die Glaubwürdigkeit einer Person, die etwas anders tickt, als der gewöhnliche Täter.

Die Geschichte dreht sich recht lange im Kreis, die Ermittlungen kommen nur schwerlich voran. Das lässt das Stück zwischendurch schon mal etwas zäher wirken. Es ist jedoch keinesfalls so, dass die Geschichte so ausgebremst würde, dass man daran die Lust verlöre.

Das Hörspiel ist stimmig inszeniert. Die gut agierenden Sprecher, insbesondere die schon erwähnte Steffi Kühnert, sorgen hier für eine sehr glaubwürdige Darstellung der einzelnen Figuren. Die Untermalung mit Musik und Geräuschen ist gelungen, man schafft hier eine passende Kulisse für diesen tiefgründigen Krimi.


Eine gute Geschichte in einer stimmigen Umsetzung - Eine Empfehlung für jeden Krimifan!


Meine Wertung: + + + +


   
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