Die Birnen von Ribbeck

von Friedrich Christian Delius


Regie: Ulrich Gerhardt

Mit Christian Redl

NDR/MDR 1992
69 Minuten

Fontanes berühmte Ballade hat das Dorf Ribbeck im Havelland berühmt gemacht. Im Frühjahr 1990, nach Öffnung der Mauer, kommen Westberliner nach Ribbeck, um einen Birnbaum zu pflanzen und mit den Dorfbewohnern die neue deutsche Einheit zu feiern. Auf dem Volksfest mit Erbsensuppe, Freibier und Birnenschnaps aus dem Westen verschafft sich ein Ribbecker Gehör, ein ehemaliger LPG-Arbeiter. Er erzählt die Geschichte des Dorfes, erzählt quer durch die Zeiten und Ereignisse springend, von alten und neuen Herren, Nazidiktatur und Sozialismus. Misstrauisch und selbstbewusst ist er auch gegenüber dem ungewohnt Neuen, das - nicht frei von kolonialem Gestus - nach der "Wende" das Land überschwemmt. Die Geschichte der Ribbecker Birnbäume und des berühmten Gedichts von Fontane erscheinen in diesem Hör-Monolog, entstanden nach der gleichnamigen Erzählung (1991), als Protest gegen den allgemeinen Geschichts- und Gedächtnisverlust.

Friedrich Christian Delius, 1943 in Rom geboren, aufgewachsen in Hessen. Verlagslektor, Lyriker und wichtiger literarischer Vertreter der 68er mit Dokumentationen, Romanen und Erzählungen. Zahlreiche Hörspiele. Lebt seit 1963 - mit Unterbrechungen - in Berlin und Rom. Auszeichnungen unter anderem: "Fontane-Preis für Literatur der Stadt Neuruppin und der Theodor-Fontane-Gesellschaft" (2004), "Kritikerpreis Literatur" (2007).




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