Die Brautjungfer

Nach dem gleichnamigen Kriminalroman von Ruth Rendell
Hörspielbearbeitung: Betty Davis
Regie: Otto Düben
SDR 1996
100 Min.

Die Brautjungfer


Philip Wardman: Benjamin Reding
Senta: Anna Schudt
Bild: SWR/Schermutzki


Christine Wardman: Hille Darjes
Fee Wardman: Christine Schönfeld
Cheryl Wardman: Peter Fricke
Darren: Markus Hoffmann


Bild: SWR/Schermutzki


Philip Wardman verabscheut Gewalt und hat panische Angst vor jeder Art des Tötens. Da er zu Phobien neigt, zieht er sich in seinen Schutzraum zurück: Noch mit 25 Jahren lebt er mit seinen beiden Schwestern bei der Mutter. Sein behütetes Leben verläuft in ruhigen Bahnen – bis seine Schwester heiratet. Philip verliebt sich Hals über Kopf in eine der Brautjungfern: Senta. Zu seinem Erstaunen erwidert die schöne Schauspielerin seine Gefühle. Philip gerät in einen hypnotischen Sog von Leidenschaft und Erotik.
Dabei bemerkt er kaum, dass seine Welt zunehmend aus den Fugen gerät. Denn Senta verhält sich nicht nur überaus sonderbar, sie versucht auch, ihn zu manipulieren. Dass sie sich skurrile Geschichten ausdenkt und lügt, nimmt Philip in Kauf. Ihre seltsamen Vorstellungen eines erfüllten Lebens bringen ihn allerdings in Schwierigkeiten. Denn Senta verquickt auf groteske Weise Liebe und Tod. Bald schon fordert sie von Philip als Liebesbeweis einen Mord. Sie selbst ist auch bereit, aus Liebe zu töten. Sie meint es ernst, da gibt es kaum einen Zweifel. Philip steht vor einer Gratwanderung. Und schon bald vor einem Abgrund.


Bemerkungen:

Ruth Rendell konstruiert die Geschichte richitg gut. Sie bindet vermeintliche Nebenerzählungen gut in den Hauptplot ein und springt überraschend auf vergangene Ereignisse zurück. Damit legt man den Grundstein für einen erstklassigen Krimi. Allerdings schafft man es letztlich doch nicht gänzlich zu überzeugen. Das liegt vor allem daran, dass hier relativ schnell deutlich wird, wohin der Hase laufen wird.
Als Spannungselement wird vor allem die Frage, wann es der Protagonist merkt, erhoben. Dazu lässt man noch ein paar kleinere Details im Dunkeln. Genug für einen soliden Krimi, zu wenig für einen erstklassigen.

Die Inszenierung orientiert sich am klassischen englischen Krimi; Sehr ruhig, sehr text- und spiellastig. Problem ist hier, dass nahezu alle Figuren ein wenig farblos sind. Einzig die Rolle der Senta sorgt für etwas Leben, damit kann auch Anna Schudt hier am Ehesten auf sich aufmerksam machen. Das restliche Ensemble agiert solide, hohe Ansprüche an die Schauspieler werden hier allerdings auch nicht gestellt.


Eine solide Krimiproduktion, die auch über die lange Spielzeit Unterhaltsames und Spannendes bietet. Der letzte Kick zur höheren Wertung fehlt allerdings sowohl inhaltlich, als auch in der Darstellung.

Meine Wertung: + + +
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