Die Brücke im Nebel
  Autor: Klaus Schmitz nach Leo Malet
  Produktion: SWF 1989
Regie: Bernd Lau
  Länge: 50 Min.

Mitwirkende:

Christian Brückner - Nestor Burma
Sabine Postel - Helene
Dieter Eppler - Kommissar Florimond Faroux
Jürgen Andreas - Inspektor Fabre
Manuela Romberg - Belita
Andreas Mannkopff - Marc Covet

und Karl Michael Vogler, Jochen Bartels, Manfred Böhm, Ernst Konarek, Wolfgang Reinsch, Margarete Salbach, Willi Schneider, Andreas Szerda, Iris Werlin

Inhalt:

Nestor Burma, Privatflic im Paris der fünfziger Jahre, Inhaber einer Agentur mit dem sinnigen Namen FIAT LUX («Es werde Licht»), bekommt Post. Ein ehemaliger Genosse bittet um Hilfe für einige frühere Freunde. Der Genosse liegt in der Salpetriere, ist also wahrscheinlich krank. Als Burma ihn aufsuchen will, erwartet ihn Kommissar Faroux von der Pariser Kripo und teilt ihm mit: Lenantais, der Anarchist, ist ermordet worden. In Nestor Burma werden Erinnerungen an seine Anarchistenzeit vor 20 Jahren wach. Eine junge Zigeunerin, um die sich Lenantais wie ein Vater gekümmert hat, weckt seine Neugier. Seine Recherchen führen ihn in das 13. Arrondissement zwischen der Pont de Tolbiac und der Rue Watt, in kleine Gassen und ärmliche Häuschen hinter Bahngleisen und in die Vergangenheit. Eine Vergangenheit übrigens, die Leo Malet aus eigener Anschauung kannte.


Bemerkungen:

Klaus Schmitz hat die Vorlage von Leo Malet für den Funk bearbeitet. Dabei schafft er es, dem Stück die nötige Prise französischen Flairs einzuhauchen. Auch dem Team um Bernd Lau gelingt es, diese Kulisse mit den richtigen Geräuschen und Musiken akustisch zu erstellen.
Deutlich weniger schaffen es hier allerdings die  Sprechern, den Eindruck eines französischen Krimis zu vermitteln. Insbesondere Christian Brückner gelingt es nicht, Nestor Burma eine besondere Farbe zu verleihen. Er spricht diese Figur, wie er jeden Detektiv des Hardboiled-Genres spricht. So fehlt dieser Produktion an zentraler Stelle etwas Eigenständiges.
Natürlich ist Brückner immer der Hörspiel-Burma - dennoch ist er mir stimmlich auf eine bestimmte Art Rolle festgelegt und selten in der Lage, aus dieser Schublade herauszuspringen. 

Die Geschichte an sich hat zwar einen sehr interessanten Aufhänger und bietet einige sehr derbe Szenen, aus denen viel der Spannung gewonnen wird. Richtig überzeugend ist der Krimiplot allerdings nicht.

Insgesamt gesehen ist "Die Brücke im Nebel" ein durchaus hörbarer, wenngleich kein besonders nachhaltig wirkender Krimi. Man sollte auch ein wenig ein Faible für das frankophile Setting mitbringen und sich dann allerdings nicht an Christian Brückners Interpretation des Nestor Burma stören.
Meine Wertung: + +


 
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