| Die dunkle Unermesslichkeit des Todes
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Autor: |
Massimo Carlotto |
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Produktion: |
WDR/NDR 2009 |
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Regie: |
Steffen Moratz |
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Länge: |
55 Min. |
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Mitwirkende: |
Sylvester Groth, Sven
Lehmann, Meriam Abbas, Angelika Bartsch, Johanna Gastdorf, Andreas
Grötzinger, Luca Kemmer, Dietmar Mues, Frauke Poolman, Bernd
Rehse, Marianne Rocher, Bernhard Schütz, Pierre Siegenthaler,
Andreas Spaniol

Sven Lehmann, Sylvester Groth, im Hintergrund der Regisseur Steffen Moratz (Bild: SWR/WDR/Sibylle Anneck)
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Inhalt: |
Ein Banküberfall, der schief läuft. Ein
kleiner Junge und seine Mutter, die als Geiseln genommen werden. Ein
Gangster, der die Nerven verliert und beide erschießt. Das alles
ist vor 15 Jahren geschehen. Aber seitdem ist das Leben von Silvano
Contin, dem Ehemann und Vater der Ermordeten, zerstört.
Auch die Verhaftung und Verurteilung eines der beiden Geiselnehmer hat
ihm keine Genugtuung gebracht. Bis er Jahre später einen Brief
erhält. Darin bittet der inhaftierte Gangster, inzwischen
todkrank, sein Gnadengesuch zu unterstützen.
Der Brief erweckt Contin wieder zum Leben, denn er eröffnet ihm
die Möglichkeit, das einzige zu tun, was er wirklich will: Rache
nehmen.
Massimo Carlotto, geboren 1956 in Padua, war Sympathisant der
militanten linken Bewegung „Lotta Continua“ und wurde in
den 1970ern zu Unrecht wegen Mordes verurteilt. Nach Flucht und einer
mehrjährigen Gefängnisstrafe wurde er 1993 begnadigt. Heute
ist Carlotto einer der erfolgreichsten Schriftsteller Italiens.
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Bemerkungen:
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Eine bitterböse Geschichte hat sich Massimo
Carlotto da erdacht. Den Weg der Rache, den Silvano Contin 15
Jahre nach dem Verbrechen, das ihm Frau und Kind raubte, plötzlich
beschreitet, überzeugt trotz seiner Ungewöhnlichkeit. Bei der
Darstellung seiner Selbstjustiz geht der Autor dabei nicht wirklich
behutsam mit seinen Figuren und dem Hörer um.
Contins Feldzug nimmt sehr üble Formen an, so dass sein
verständlicher Wunsch nach Gerechtigkeit und sein
tatsächliches Handeln in keinem wirklich nachvollziehbaren Kontext
stehen. Insofern befremdet und verstört die Geschichte den
Hörer immer mehr.
Allerdings schlägt sie den Hörer recht schnell in den Bann und selbst das befremdliche Ende ändert hieran nichts.
Bei den Sprechern hat mich insbesondere Sylvester Groth überzeugt,
der hier seine ambivalente Rolle sehr gut auszufüllen weiß.
Sven Lehmann hingegen bleibt etwas farblos, wobei diese Interpretation
der Figur des Rafaello nachvollziehbar ist.
"Die dunkle Unermesslichkeit des Todes" ist eine spannende und
interessante Produktion, die die Frage nach der moralischen
Berechtigung der Selbstjustiz in den Fokus stellt. Das Hörspiel
kann ich jedem empfehlen, der nicht allzu zartbesaitet ist.
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