| Die Einsamkeit des Amokläufers von Lorenz Lorenz Regie: Thomas Wolfertz WDR 2009 42 Min. Sprecher 1: Markus Scheumann Sprecher 2: Daniel Wiemer Sprecher 3: Bernhard Schütz Ludwig: Katharina Schüttler Karl: Christoph Bach Anatol: Jonas Baeck Florian: Andreas Bichler Babette: Patrycia Ziolkowska Hercule: Patrice Cuvier Wirtin: Caroline Schreiber ![]() Karl (Christoph Bach) und Ludwig (Katharina Schüttler) Bild: © WDR/S.Anneck Junge trifft Mädchen. Und es geht schief. Auch beim zweiten Mal. Das ist die einzigartige Geschichte, die jeder, der einmal glücklich unglücklich verliebt war, erlebt hat. Okay, es ist eine Jungs-Geschichte, die Frau mit Namen Ludwig scheint ein wenig unerreichbar, sonnenartig; der Junge stellt sich natürlich ungeschickt an, hört komische Musik, nimmt seltsame Drogen, alle sind betrunken, das ganze Jugend- und Partyding eben. So eine Geschichte kann man nur einmal schreiben. Und wenn sie gut ist, trifft sie ins Herz. Leider ist sie auch eine schmerzhafte Erinnerung an die Zeit, als man noch dumm war, so verdammt jung und gut aussehend. Lorenz Lorenz, geboren 1960, war Anfang der 80er-Jahre als König von München bekannt und wurde mit „Die Einsamkeit des Amokläufers“ und „Die Nacht des Fehlers“ zum vergessenen Vater der Popliteratur. Heute lebt er in Berlin. Bemerkungen: Ein Stück der etwas untergegrabenen 80er-Jahre-Kultur hat Lorenz Lorenz in "Die Einsamkeit des Amokläufers" festgehalten. Thomas Wolfertz hat die Geschichte für den Funk eingerichtet und in ein schlankes Hörspiel gegossen. Wer hier allerdings den ganz großen Szene-Roman sucht, wird weniger fündig. Die fatale Liebesgeschichte über den Verlust, das Wiederfinden und Wiederverlieren einer großen Liebe ist weniger romantisch, denn ernüchternd. Trotz der Kürze der Spielzeit beschränkt man sich nicht auf diesen Plot, sondern fügt bemüht eine zweite Ebene hinzu, die dem Stück zwar etwas Besonderes geben, aber nicht unbedingt dafür sorgen kann, dass es hörbarer wird. Auch das Sprechernsemble überzeugt hier nur in den Rollen von Karl und Ludwig, Christoph Bach und Katharina Ludwig. Das restliche Ensemble ist mir - natürlich auch inszenierungsbedingt - oft ein wenig zu fahrig. Ein Hörspiel, das eine interessante, unkitschige Liebesgeschichte erzählt, und das richtig klasse wäre, hätte man sich darauf beschränkt. Meine Wertung: + + |
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