Die Gedächtnislücke

Hörspiel von Louis C. Thomas

Musik: Victor Burghardt
Regie: Willy Buser
DRS 1975
49 Min.


Nicole: Dinah Hinz
Pierre: Volker Spahr
George: Jürgen Cziesla
Bléville. Michael Rittermann
Grégoire: Klaus Henner Russius
Laurent: Siegfried Meisner
Schwester: Charlotte Acklin


Bei einem Autounfall wird eine Frau leicht und ihr angeblicher Mann schwer verletzt. Nach der Operation hat der Mann Gedächtnislücken. Als Zuhörer wissen wir bald, dass der Unfall inszeniert war von der Frau und ihrem Bruder, dass der Verunfallte nicht wirklich ihr Mann ist und dass der Unfall tödlich hätte ausgehen sollen für ihn. Der Mann kämpft um seine wahre Identität, doch die vermutete Gedächtnislücke macht seine Aussagen unglaubwürdig.

Louis C. Thomas, 1921 an der Cote d’Azur geboren, studierte Philologie in der Absicht, Lehrer zu werden. 1947 verlor er sein Augenlicht und widmete sich, als großer Liebhaber von Kriminalromanen, dem Schreiben eigener Geschichten. 1957 wurde er für den besten Kriminalroman des Jahres mit dem «Prix du Quai des Orfèvres» ausgezeichnet. Thomas verfasste neben zahlreichen Kriminalhörspielen auch Kurzgeschichten und Romane, von denen einige verfilmt wurden.


Bemerkungen:

Was hinter dieser Geschichte steckt, wird schon in den ersten Minuten klar. Dennoch lässt der Autor den Hörer über die Motive im Unklaren, so dass hier der Unterhaltungswert auch durch die Frage nach dem Sinn des inszenierten Unfalles, genährt wird. Hauptpunkt bleibt aber das Problem, ob und wie die Gauner hier dieses Schauspiel aufrecht halten können und ob es gelingt, den geplanten Mord noch rechtzeitig nachzuholen.

Die Geschichte wirkt über weite Strecken etwas vorhersehbar, allerdings gelingt es Louis C. Thomas dann doch noch, am Ende mit ein paar cleveren Wendungen zu überraschen. So wird es schließlich doch noch ein überzeugender Krimi.

Die Umsetzung ist sehr traditionell angelegt. Die Geschichte verlangt hauptsächlich ein gutes Schauspiel, was das Ensemble fraglos bieten kann. Mehr braucht es hier auch nicht, um diesen letztlich doch noch guten Krimi zu erzählen.

Meine Wertung: + + +
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