Die Geschichte einer anständigen Bürgerin
  Autor: Marianne Wendt und Christian Schiller
  Produktion: DLR 2008
  Regie: Marianne Wendt und Christian Schiller
  Länge: 54 Min.
 

Mitwirkende:

Barbara Galonska, Bettina Kurth, David Reibel, Reiner Heise, Horst Kotterba, Margit Bendokat, Erik Hansen, Bernd Hörnle u.a.

Inhalt:

Am 30. August 1978 entführen zwei DDR-Bürger eine polnische Linienmaschine vom Typ Tupolew auf dem Flug von Danzig nach Ostberlin. Die DDR und die vier Besatzungsmächte reagieren nervös: gerade sind die internationalen Antiterrorgesetze verschärft worden.
Am Flughafen Tempelhof werden die beiden Entführer von amerikanischen Spezialeinheiten als Terroristen verhaftet. Die 50 restlichen Passagiere müssen sich entscheiden: 42 von Ihnen kehren in die DDR zurück. Barbara G. ist eine von ihnen.

Das Skript wurde gefördert von der Filmstiftung NRW

Marianne Wendt und Christian Schiller, beide 1974 geboren, sie in München, er in Halle/Saale, arbeiteten nach dem Studium am Theater und als Autoren und Regisseure für Radio, Film und Fernsehen. Christian Schiller: "Graffiti Hero"(RB 2007); Marianne Wendt (Bearbeitung und Regie): "Monsieur Dudron" (DKultur 2007).

Bemerkungen:

Die Geschichte ist ohne Zweifel interessant, zumal die damaligen Geschehnisse heute kaum noch nachvollziehbar sind. Das Geschehen wird von  Barbara Galonska in Erzählform, aber auch in einzelnen Szenen dargestellt. Aus den Blickwinkel der Zeitzeugin, bekommt die Geschichte eine persönlichere Note, als es durch die bloße Schilderung der politischen Situation möglich wäre.
 
Wie nahezu alle im Flugzeug ist auch Barbara zwischen den Optionen Gehen oder Bleiben hin- und hergerissen und entscheidet sich letztlich, in ihr bisheriges Leben zurückzukehren.
Ihr weiteres Schicksal aufgrund dieses Ereignisses unterscheidet sich wahrscheinlich nur wenig, von dem der anderen Rückkehrer, was ein wenig verwirrt, denn es wird nicht so richtig klar, warum man jetzt ausgerechnet ihre Geschichte ausgewählt hat.  Grund könnte ihr späterer Werdegang sein, der letztlich ihr auch einen umfassenden Überblick über die Geschehnisse ermöglicht hat.

Eine gute und interessante Produktion, die ein Stück Zeitgeschichte, durch einen erlebten Bericht greifbarer macht.

 

Meine Wertung: + + +

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