Eva: Astrid Meyerfeldt
Sprecher: Otto Mellies
Stimme / Tod: Arta Adler
Hoppegartner / Einer / 2. Stimme: Dieter Mann
Zweiter / 1. Stimme: Florian Martens
Pums: Milan Peschel
Meck: Sven Plate
Lüders: Detlef Bierstedt
Klempnerkarl: Till Hagen
Richter: Rolf Zacher
Cilly: Maria Kwiatkowsky
Brigitte Grothum, Tilla Kratochwil, Bernd Stegemann, Klaus Herm,
Jörg Steinberg, Leo Vornberger, Sonja Hermann, Kai-Uwe
Kohlschmidt, Musa Kohlschmidt, Venke Decker, Kai Grehn
Die Berliner Schriftsteller: Thomas Brussig, Tanja Dückers,
Judith Hermann, Johannes Jansen, Katja Lange-Müller, Steffen
Mensching, Torsten Schulz
Berliner Autoren in kleinen Rollen v.li.n.re.: Tanja Dückers,
Thomas Brussig, Katja Lange-Müller, Torsten Schulz, Johannes
Jansen und Steffen Mensching - eine Referenz an den großen
Schriftstellerkollegen.
Gastmusiker an der Glasharfe: Dan Pelleg, Marko E. Weigert
v.li.n.re.: Andreas Leupold, Andreas Schmidt, Milan Peschel.
Bilder: SWR/RBB/Hanna Lippmann
Inhalt:
Franz Biberkopf, früher Zement- und
Transportarbeiter, will nach seiner Entlassung aus dem
Gefängnis ein anständiger Mensch werden. So steht er
auf dem Alexanderplatz des alten Berlin und betreibt seine kleinen
Handelsgeschäfte.
Anfangs geht alles gut, aber die Zeiten sind schlecht. Biberkopf hat
nicht nur mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen,
sondern wird in einen regelrechten Kampf verwickelt mit etwas, das von
außen kommt, das unberechenbar ist und wie ein Schicksal
aussieht.
"Mein Denken und Arbeiten geistiger Art gehört, ob
ausgesprochen oder nicht ausgesprochen, zu Berlin. ... in diesem
großen, nüchternen, strengen Berlin bin ich
aufgewachsen, dies ist der Mutterboden, dieses Steinmeer, der
Mutterboden aller meiner Gedanken", schrieb Döblin um 1930,
nachdem sein Roman Berlin Alexanderplatz erschienen war.
1929 setzte er sich in einem Vortrag mit der Frage der
"Möglichkeit eines Eintritts von Literatur in den Rundfunk"
auseinander. Döblin erprobte diese Möglichkeit mit
einer Hörspielfassung seines Romans, die er ganz auf das
Schicksal der Hauptfigur reduzierte. Die Sendung des Hörspiels
jedoch wurde kurzfristig aus dem Programm genommen - Döblins
Begründung lautete, vieles sei "im Funkhaus kaum darzustellen".
77 Jahre später wird das Originalhörspielmanuskript
erstmals ohne jede Kürzung in Szene gesetzt. Kai Grehn in
seiner Inszenierung die Faszination des Autors für das Medium
Radio auf. Mit den technischen und stilistischen Möglichkeiten
des 21. Jahrhunderts bringt er zu Gehör, was Döblin
in seinem Hörspielmanuskript als radiophone
Spielflächen angelegt hatte. Originaltöne von den
Romanschauplätzen und Geräusche des heutigen Berlin
werden zur Basis einer Großstadtmusik, die den Takt
für Grehns Interpretation des Stoffes vorgibt und "Die
Geschichte vom Franz Biberkopf" ins Heute und Hier verlegt.
Als Hommage an den großen Schriftsteller Alfred
Döblin treten die Berliner Schriftsteller Thomas Brussig,
Tanja Dückers, Judith Hermann, Johannes Jansen, Katja
Lange-Müller, Steffen Mensching und Torsten Schulz als Stimmen
im Hintergrund auf.