Bertolt Brecht

Die heilige Johanna der Schlachthöfe

in acht vom Autor für den Rundfunk bearbeiteten Szenen

Regie: Alfred Braun
RRG Berlin 1932

42 Min.

Mit: Fritz Kortner, Carola Neher, Helene Weigel, Ernst Busch, Peter Lorre, Friedrich Gnass, Otto Kronburger u. Paul Bildt


Auf den Fleischmärkten und an der Börse toben Finanzschlachten, die Preise fallen, die Wirtschaft ist in der Krise. Vor diesem Hintergrund lässt Bertolt Brecht 1932 sein Stück „Die Heilige Johanna der Schlachthöfe“ spielen. Johanna inspiziert inkognito die Schlachthöfe in Chicago, ihre Erlebnisse führen dem Hörer die menschenverachtenden Zustände, die Not und Korrumpierbarkeit der Menschen in den Fleischfabriken vor Augen. Die Fabrikbesitzer kennen nur ein Ziel: Profit und noch mehr Profit. Das Radiopublikum konnte 1932 lesen: „Bert Brechts neues Bühnenwerk hätte eine intensivere Behandlung seitens der Funk-Stunde verdient.“

Doch selbst die acht ausgewählten Szenen, überzeugen auch heute noch durch ihre eigene, klare Sprache und die verblüffend aktuelle Kritik an der zynischen Seite des Kapitalismus, die Brecht hier auf den Punkt bringt.

Bertolt Brecht, 1889-1956, war Schriftsteller, Theaterregisseur und Dramaturg. 1924 zog er nach Berlin und emigrierte 1933 u.a. über Dänemark, Finnland und die UdSSR in die USA. 1949 kehrte er nach Deutschland zurück. „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ (29/30) erlebte im Februar 1932 seine Uraufführung in Auszügen im Radio. Die Theaterpremiere fand erst 1959 in Hamburg statt. Vorher wurde es erst von den Nazis verboten, später von der SED-Führung abgelehnt.

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