Die Heimat des Fußballers ist der Rasen
Von Volkmar Röhrig

Regie: Barbara Plensat

Rundfunk der DDR 1986
54 Min.




Mit Rolf Ludwig, Hans-Joachim Hegewald und Edgar Harter


Hardy Moll, der zum 40-jährigen Vereinsjubiläum von Traktor Lausen unter großem Hallo ins Sportlerheim einzuziehen hoffte, wo er sich heute noch als legendärer Torwart gefeiert glaubt, findet ein leeres Lokal vor.

So wird aus der geplanten Show mit Hardys Mitbringseln aus Köln "nur" ein Gespräch mit dem Wirt des Sportlerheims - seinem ehemaligen Mannschaftskameraden Rolf, das in einem Debakel endet. Denn Bier fließt reichlich, und der Alkohol, der zunächst Einigung befördert, setzt plötzlich gegenläufige Emotionen frei.


Volkmar Röhrig, 1952 in Lützen bei Leipzig geboren, von 1971 bis 1981 Hörspieldramaturg im Rundfunk der DDR, Redakteur und Autor.


Bemerkungen:

Volkmar Röhrig erzählt hier eine beeindruckende - und vor allem bewegende - Ost-West-Geschichte, die sich sehr glaubwürdig und ohne von einer Weltanschauung zu sehr geprägt zu sein, sich mit einer recht typischen Konstellation auseinandersetzt. Der in den Westen ausgewanderte Freund kehrt nach Jahren zurück in seine Heimat. Sein sorgfältig inszenierter Auftritt verpufft, da die Feier, auf der er glänzen möchte, längst vorbei ist.

Was ihm bleibt, ist mit seinem alten Mannschaftskameraden über die Vergangenheit, aber auch das Hier und Jetzt zu reden. Der schwelende Konflikt zwischen West und Ost, der in beiden ruht, bricht im Laufe dessen aus.

Volkmar Röhrig nutzt natürlich gängige Klischees, setzt diese allerdings nicht platt hintereinander, sondern biegt sie passend in die Handlung.

Rolf Ludwig und Hans-Joachim Hegewald interpretieren die beiden Figuren sehr glaubhaft und tragen mit sehr emotionsgeladenem Spiel ein Gutteil dazu bei, dass diese Produktion beim Hörer ankommt und ihn berührt.


"Die Heimat des Fußballers ist der Rasen" ist eine Empfehlung für jeden, der sich vom Radiohörspiel mal wieder angehnehm überraschen lassen möchte.
 
Meine Wertung: + + + +
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