| Die künstlichen Paradiese nach Charles Baudelaire aus dem Französischen von Max Bruns ![]() Bearbeitung und Regie: Kai Grehn; Bild: Radio Bremen Ton: Peter Kainz RB / hr / rbb / SR 2011 80 Min. ![]() Mit Jeanne Moreau, Alexander Fehling, alva noto, Tuxedomoon, Matt Elliott, Nouvelle Vague u.v.a. ![]() Alexander Fehling, Bild: Radio Bremen |
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| „Der
gesunde Verstand sagt uns, daß die Dinge
der Erde nur sehr wenig Realität besitzen und
daß es Wirklichkeit einzig in den Träumen gibt.
Um das natürliche wie das künstliche Glück zu
verdauen, braucht es zunächst einmal den
Mut, es hinunterzuschlucken ...“ Charles Baudelaires Essay "Les
paradis artificiels" erschien 1860. Der Text ist ein leidenschaftliches
Plädoyer für den Rausch, die Fähigkeit und Bereitschaft
des Menschen zum Ausnahmezustand des Geistes und der Sinne. 150 Jahre später hat Kai Grehn Baudelaires Text für einen Schauspieler neu eingerichtet und ausgewählte Bands, Musiker und Musikerinnen mit der Bitte angesprochen, sich von Baudelaires Prosagedicht "Enivrez-vous" ("Berauschet euch") inspirieren zu lassen für ein Musikstück. Die Schauspielerin Jeanne Moreau hat "Enivrez-Vous" zudem im französischen Original eingesprochen. Wort und Musik wurden anschließend klanglich rhythmisiert und strukturiert zu einem akustischen Fest für und mit Baudelaires Texten, zu einem Berauschen an seiner Poesie: "Es ist die Stunde des Rausches! Willst du als geschundener Sklave der Zeit nicht unterliegen, berausche dich! Berausche dich ohne Maß! Mit Wein, mit Poesie oder mit Tugend, ganz wie du magst!" Bemerkungen: Kai Grehns "Die künstlichen Paradiese" ist ein ungewöhnliches und mutiges Hörstück. Fernab jedes Mainstreams lässt er sich und zwölf verschiedenen Musiker und Bands von einem Gedicht inspirieren und stellt in diesen Kontext den Essay "Les paradis artificiels" vor. Alexander Fehling spricht den Text umgeben von Musiken unterschiedlichster Künstler, die mit ihren ganz eigenen Interpretationen dem Stück immer neue Facetten mitgeben. Natürlich ist das Format sehr eigen und wird nur ein spezielles Klientel an Hörern ansprechen. Dennoch hat HörbucHHamburg diese Produktion auf CD veröffentlicht und so können auch Hörer jenseits des Radios in den Genuss dieser besonderen, sehr stimmigen Produktion kommen. Ein aufwendiges, aber gelungenes Projekt - wenngleich es nicht jedem Ohr gefallen dürfte. Wer auf der Suche nach einem besonderen Hörerlebnis ist, der sollte sich einen Besuch der "künstlichen Paradiese" gönnen. Meine Wertung: + + + |
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