Die Leiden des jungen Werther

nach Johann Wolfgang von Goethe

Bearbeitung: Manfred Hess

Regie: Christiane Ohaus
Musik: Michael Riessler
RB / hr / rbb 2010


Herausgeber: Werner Wölbern
Werther: Florian von Manteuffel
Lotte: Stephanie Schönfeld
Albert: Marc Oliver Schulze
Base: Lisa Wildmann
Bauer: Viktor Tremmel
Diener: Jan Krauter
Frau 1: Ilona Fritsch-Strauß
Mann 1: Klaus Hemmerle

Goethes Briefroman "Die Leiden des jungen Werthers" bildet den Ausgangspunkt für den Programmschwerpunkt "Werthers Welten" in hr2-kultur. Die 1. Fassung von Goethes Text erschien anonym 1774 und war damals schon ein "Bestseller".
 
Goethe überarbeitete den Roman für seine 2. Fassung von 1787 auf eine sprachlich-stilistische Modernisierung hin. Sie ist dem heutigen Leser gemäßer und Grundlage der Hörspielbearbeitung. Darüber hinaus begründet sich die Entscheidung, bis auf wenige Sätze dem Text der 2. Fassung zu folgen, über die veränderten Funktion des Herausgebers der Werther-Briefe, eine bis dahin literaturgeschichtlich eher traditionelle Erzählerfigur. Goethe entwirft sie als einen eigenständigen, mit seiner Subjektivität kämpfenden Charakter und erweist sich hiermit als eine Art "Vorromantiker" sowie als Vorläufer moderner Erzählens.
 
Teil 1 des Hörspiels folgt der Briefkorrespondenz und dem Tagebuch von Werther, die ein namenloser Herausgeber veröffentlicht hat und sparsam kommentiert.

Es ist die Geschichte, die am 4. Mai 1771 beginnt: Als exzentrischer, dem Sturm und Drang folgender Maler wendet Werther sich vom Stadtleben ab und verliebt sich auf dem Lande in Lotte, die aber einem anderen, Albert, versprochen ist. Als der seine Ansprüche wahrnimmt, flieht Werther in den diplomatischen Dienst, findet dort keine Erfüllung und kehrt ins Dorf zu dem mittlerweile verheirateten Paar Lotte und Albert zurück. Er ist verzweifelt, weiß nicht wohin mit seinen Liebesgefühlen, mit seinen Lebensentwürfen.

Im 2. Teil erzählt der Herausgeber, Werthers nachgelassene Briefe und Notate zitierend sowie sich auf die Berichte der Beteiligten berufend, seine Version von Werthers skandalösem Weg in den Selbstmord am 24. Dezember 1772.

Das Hörspiel versucht, die Erzählstruktur des Textes auf akustische Weise offen zu legen und dabei der rhythmischen Sprachmacht des Originaltextes zu treu zu bleiben.

 
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