Die
Menschenfabrik
Von Oskar Panizza

Komposition: Schlammpeitziger
Bearbeitung und Regie: Christoph Kalkowski
Studio elektro-automatisch/ Deutschlandfunk 2001
35 Min.

Erzählerin: Ute
Springer
Wanderer: Thomas Gerber
Direktor: Martin Engler
Ein Wanderer
gerät in einem tiefen dunklen Wald in ein Unwetter
und findet Schutz in einer weitläufigen Industrieanlage, in
der zu
seinem Entsetzen künstliche Menschen produziert werden
–
stille, schöne, anspruchslose Wesen ohne eigene Gedanken und
Gefühle: der Verkaufsschlager der Zukunft.
|
Bemerkungen:
In einer erdrückend dichten Kulisse erzählt Christoph
Kalkowski hier Oskar Pannizas Geschichte um die "Menschenfabrik". Unter
oppulenten klassischen Klängen des Komponisten Schlammpeitziger, angereichert mit einer sehr
plastischen Vergeräuschung einer Gewitternacht beginnt das
Stück, in das nun Erzählerin Ute Springer, mit
ungewöhnlich eingesetztem Halleffekt unter der Stimme, den
Hörer begleitet. Das bringt das Flair eines klassischen
Gruselfilms mit sich. Auch als die Handlung in die Fabrik selbst
wechselt, bleibt die Bedrohlichkeit trotz des Kulissenwechsels bestehen.
Die Geschichte bekommt kafkaeske Züge und erzählt eine
Geschichte, die durchaus Aktualität besitzt, wenngleich ihre
ursprüngliche Zielrichtung, sie als klassische Gruselgeschichte
anzusehen, auch - insbesondere in der Umsetzung - deutlich sichtbar
bleibt.
Martin Engler und Thomas Gerber sind die Sprecher der handelnden
Figuren, die hier in der recht typischen Rollenverteilung von
unheimlichen Wissenschaftler und unwissenden Protagonisten sehr gut
agieren.
Insgesamt ist "Die Menschenfabrik" eine ungewöhnliche, aber sehr
hörenswerte Produktion, in der eine sehr gut durchdachte,
hintergründige Idee in eine interessante Erzählung
transportiert, und diese wiederum sehr oppulent hörbar gemacht
wurde. Hier darf man gerne ein Ohr riskieren!
|
|
Meine
Wertung: + + + +
|
|
|