| Die Panne von Friedrich Dürrenmatt Regie: Alfons Hoffmann DRS 1956 82 Min. ![]() Mit: Friedrich Dürrenmatt (Autor), Amido Hoffmann (Alfredo Traps), Otto Nissl (Richter), Franz Johann Danz (Staatsanwalt), Siegfried Süssenguth (Rechtsanwalt), Rudolf Hammacher (Pilet), Fred Karsten (Tobias), Walter Sprünglin (Wirt), Rudi Wiechel (Garagist), Thea Poras (Simone) |
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| Der
Generalvertreter Alfredo Traps hat eine Autopanne. Weil der
Kleinviehzüchterverein tagt und alle Hotelzimmer des Dorfs deshalb
besetzt sind, kann Alfredo Traps nur in der «Weissen Villa» übernachten. In der von Buchen und Tannen umgebenen Villa trifft er auf vier alte Männer, alles pensionierte Juristen, und wird zum Essen eingeladen. Feine Speisen, feine Weine. Die Vier geniessen einen «Herrenabend». Und Traps kann mittun, auch beim anschliessenden gemeinsamen Spiel. Gespielt wird «Gericht». Und am spannendsten ist das Spiel natürlich, wenn auch ein Angeklagter, sozusagen «lebendes Material», vorhanden ist. Traps ist den alten Herren bei ihrer opulenten Tafelrunde also hochwillkommen. Etwas unheimlich ist ihm das schon, doch er fühlt sich unangreifbar unschuldig. Friedrich Dürrenmatt wurde für «Die Panne» 1957 mit dem «Hörspielpreis der Kriegsblinden» ausgezeichnet. Friedrich Dürrenmatt hat gern und oft bei eigenen Stücken mitgewirkt, als Regisseur oder auch als Schauspieler. Für die DRS-Hörspielproduktion stellte sich Dürrenmatt 1956 als Vorredner zur Verfügung. Dürrenmatt ist ein Meister der originellen Groteske im Hörspiel. In seinem Stück "Die Panne" erzählt er die Geschichte von Alfredo Traps, der als vermeintlich harmloser Vertreter vor ein Spaß-Gericht tritt. Wie man es vom Autor gewohnt ist, wird aus dem Spaß für den Protagonisten sehr bald Ernst. Seine Verstrickungen sind zwar skurril, Dürrenmatt versteht es jedoch, die Geschichte einer durchgängigen Logik folgen zu lassen. Es erinnert von der grundsätzlichen Idee und der Gestaltung ein wenig an "Der Doppelgänger", ist aber insgesamt doch ein wenig leichtgängiger und als Geschichte geschlossener. Die Inszenierung ist eher zurückhaltend und beschränkt sich fast ausschließlich auf das Spiel der Akteure. Das ist vollkommen ausreichend, denn zum einen fordert die Geschichte hier keine großen Kulissen, im Gegenteil, es würde sogar zu sehr vom Wesentlichen Ablenken. Dies ist nunmal der gelungene Text, der von den Akteuren sehr gut interpretiert wird. Insbesondere Amodo Hoffmann kann in der Titelrolle glänzen, es gelingt ihm gut, diese Achterbahn der Emotionen in der Stimme zu transportieren. Ein absolut empfehlenswerter Klassiker - Die Patina, die die Produktion angesetzt hat, schadet dem Hörvergnügen hier überhaupt nicht. Meine Wertung: + + + + |
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