Die
Physiker
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Autor: |
Friedrich Dürrenmatt |
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Produktion: |
DRS 1963 |
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Regie:
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Alfons Hoffmann
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Dauer: |
100 Min. |
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Mitwirkende: |
Sprecher: Amido Hoffmann
Dr. Mathilde von Zahnd, Irrenärztin: Tilli Breidenbach
Johann Wilhelm Möbius: Hans-Christian Blech
Herbert Georg Beutler, genannt Newton: Hanns Ernst Jäger
Ernst Heinrich Ernesti, genannt Einstein: Bruno Hübner
sowie
Ebba Johannsen, Maria-Magdalena Thiesing, Paul Dättel, Rico
Herold, Thomas Nyffeler, Johannes von Spallart, Angela Matusch, Toni
Stoos, Thomas Waldmann, Thomas Gräser, Fred Tanner, Rudolf
Hammacher, Paul Felix Binz, Klaus W. Leonhard
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Inhalt: |
Möbius, ein umworbener weil genialer
Physiker, will eine gefährliche Verstrickung von Wissenschaft
und Politik verhindern und täuscht darum vor, geisteskrank zu
sein, damit er in einer Klinik verschwinden und die gewünschte
Kooperation (oder Kollaboration) mit der Macht boykottieren kann. Aber
der geschützte Raum ist nicht dicht: Zwei Grossmächte
haben Agenten in die Klinik eingeschleust, auch diese täuschen
Krankheiten vor. Der Fluchtort ist zur Falle geworden.
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Bemerkungen
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Dürrenmatts
Geschichte erteilt dem Fortschrittsglauben eine Abfuhr. Die
Wissenschaft, die die Entwicklung der Menschheit weiter vorantreiben
soll, sorgt für das Gegenteil: Sie gibt ihr Möglichkeiten,
sich selbst zu vernichten.
Aber auch die Flucht aus der moralischen Klemme, Wissen zu vermehren,dass ggf. negativ eingesetzt werden, ist unmöglich.
Dürrenmatt zeichnet in "Die Physiker" dieses erschreckendes Bild,
bei dem es keine Wissenschaft ohne Missbrauch gibt. Er
beweist diese Erkenntnis im überschaubaren Rahmen einer
Irrenanstalt, die als letzte Zufluchtsmöglichkeit erscheint,
tatsächlich aber bereits von den Großmächten
unterwandert ist und in dem zusätzlich eine intrigante Leitung
ihre Macht ebenfalls ausspielen kann.
Eine äußerst spannende Umsetzung des Themas hat Alfons
Hoffmann für den DRS im Jahr 1963, bereits ein Jahr nach der
Veröffentlichung der Vorlage, inszeniert. Dabei konnte er die
Produktion auf erstklassige Schauspieler stützen, die es
verstehen, den Figuren Leben einzuhauchen, und so dieses Hörspiel
zu einem wirklichen Hörereignis werden zu lassen.
Wie man es für eine Produktion dieses Jahrgangs erwarten darf,
beschränkt sich die Inszenierung weitestgehend auf die Dialoge.
Untermalungen gibt es nur durch die gelegentliche Einspielung
klassischer Musik. Mehr hätte allerdings diese Produktion nicht
gebraucht.
Der Ausflug des Christoph Merian Verlags ins Archiv des DRS hat sich
gelohnt, denn man hat mit "Die Physiker" ein zeitloses und absolut
hörenswertes Hörspiel ans Tageslicht befördert.
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