Die rote Zone
  Autor: Grigori Pasko
Bearbeitung: Lorenz Schröter, Nikolai von Koslowski
  Produktion: WDR 2007
Regie: Nikolai von Koslowski
  Musik: Ralf Haarmann
Länge: 55 Min.

Mitwirkende:


Werner Wölbern, Martin Reinke, Horst Mendroch, Paul Faßnacht, Anfeas Grothgar, Isis Krüger, Wolf Aniol, Bruno Tendera, Grigori Pasko

Inhalt:

Flottenkapitän Grigori Pasko erhält von seinen Vorgesetzten den Auftrag, die russische Marine kritisch zu beobachten. Nachdem er genau dies getan hat, findet er sich im russischen Strafvollzug wieder, ohne sich einer Schuld bewusst zu sein. Vermutlich steckt der mächtige Inlandsgeheimdienst FSB dahinter. Pasko wird vorgeworfen, für Japan spioniert zu haben. Wie sich später herausstellt, ist er unschuldig. Aber das ist nebensächlich. Seine Aufzeichnungen über die Haft, über die „rote Zone“, spiegeln die Verwirrung und das Entsetzen eines Menschen, der sich plötzlich in einem menschenverachtenden Strafvollzug wiederfindet. Seit Dostojewskis Bericht aus einem Totenhaus und Solschenizyns Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch hat sich im russischen Strafvollzug zwar vieles geändert – erschreckend ist aber, was sich alles nicht geändert hat.

Das Hörspiel Die Rote Zone basiert auf dem gleichnamigen Gefängnistagebuch von Grigori Pasko und auf seinem Prosatext Honigkuchen. Anleitung zum Überleben hinter Gittern.


Grigori Pasko, geb. 1962, russischer Journalist. Zwischen 1997 und 2003 diverse Verurteilungen wegen Amtsmissbrauchs und Landesverrats aufgrund seiner Berichterstattung über russische Umweltvergehen. 2002 Menschenrechtspreis der Organisation Reporter ohne Grenzen.


Bemerkungen

Ein Hörspiel, das ein Feature versteckt, in dem es die realen Erlebnisse Grigori Paskos in einen fiktiven Rahmen stellt.
Dies tut der Glaubwürdigkeit der Schilderung allerdings keinen Abbruch. Pasko erzählt seine Geschichte in einer sehr sachlichen Art, die aber gerade die Drastigkeit besonders gut darstellt.

Einzig der Wechsel zwischen der Erzählform und der Interviewform mit Grigori Pasko im Originalton hat mich persönlich etwas gestört, da hätte man es gerne auf eine Passage am Anfang und / oder Ende beschränken können.

Dennoch, letztlich zählt hier der Inhalt - und der ist mehr als interessant. Da stört es auch wenig, dass man das Medium Hörspiel mit großen Featureanteilen mischt.
 
Meine Wertung: + +

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