Live vom Festival PRIMEURS aus der Alten Feuerwache, Saarbrücken

Marie NDiaye
DIE SCHLANGEN
a. d. Französischen von Claudia Kalscheuer

Regie: Marguerite Gateau

SR 2008

ca. 80 Min.

Der 14. Juli, der französische Nationalfeiertag, wird traditionell mit einem Feuerwerk begangen. Mme Diss hat sich trotz glühender Hitze zu ihrem Sohn auf den Weg ge macht, der mit seiner zweiten Frau und zwei Kindern am Rande eines Dorfes wohnt. Sie hofft, dass ihr Sohn in Feierlaune eher bereit ist, ihr Geld vorzustrecken. Aber die Schwiegertochter lässt sie gar nicht erst ins Haus. Zu den beiden Frauen gesellt sich Nancy, die erste Ehefrau des Sohnes. Sie hatte Mann und Sohn vor Jahren verlassen und hat in der Stadt Karriere gemacht. Jetzt will sie mehr über das Schicksal ihres Sohnes erfahren. Schlangengleich winden sich die Frauen umeinander, reiben sich, verstricken sich in Manipulationen und Wunschvorstellungen. Dabei kreisen alle drei um dieselbe, unsichtbare Macht. Mit ihrer musikalischen, klaren und an Untertönen reichen Sprache skizziert Marie NDiaye unterschiedliche Lebensentwürfe von Frauen in unserer Gesellschaft.

Marie NDiaye, 1967 bei Orléans geboren, sie wuchs bei ihrer französischen Mutter auf, den senegalesischen Vater lernte sie erst mit 15 kennen. Mit 17 veröffentlicht sie ihren ersten Roman, 2001 erhält sie den Prix Femina für „Rosie Carpe“, ihr Stück „Papa muss essen“ wurde ins Repertoire der Comédie Française aufgenommen. Auf Deutsch liegen inzwischen je drei Romane bzw. Theaterstücke vor, darunter „Hilda“, vom SR 2000 als Hörspiel produziert.