| Die schwarze Perle Nach einem tadschikischen Märchen von Gudrun Schlögl Komposition: Hermann Anders Regie: Klaus Zippel Rundfunk der DDR 1978 45 Min. Mahfid: Werner Kamenik Wahim: Uwe Karpa Sadik: Horst Lampe Stallmeister: Hans-Joachim Hegewald Padischah: Wolfgang Sörgel Robia: Ingrid Hille Amme: Marlies Reusche Mussafar: Erich Giesa Flussgeist: Werner Schoch Felata: Annemarie Collin Chadana: Martina Wilke Hüterin: Ingeborg Ottmann Wahim - im Besitz des Padischah von Samarkand - ist ein geschickter, seiner Hautfarbe wegen aber verhasster Pferdeknecht. Robia, die Tochter des Padischahs, immer auf der Suche nach ungewöhnlichen Schützen, lässt verkünden, sie gäbe dem ihre Hand, der ihr eine faustgroße schwarze Perle brächte... Bemerkungen: Ein Märchen wie aus aus 1001 Nacht wird hier vom Rundfunk der DDR erzählt. Vom typischen, etwas spröden Charme der Märchenproduktionen dieses Senders hört man hier nur bedingt etwas. Die Geschichte ist lebendig und sehr unterhaltsam. Die Erzählung folgt üblichen Strukturen, ein vermeintlich Schwacher erlebt Abenteuer und wird zum Helden. Aber hier sind es gerade nicht die Reichtümer oder zu heiratende Königstöchter, die im Finale stehen, sondern eine heldenhafte Befreiung eines Dorfes und die Eroberung des Herzens eines einfachen Mädchens. Allerdings werden diese Dinge am Ende nur noch vom Erzähler zusammengefasst, das eigentliche Hörspiel endet an der Stelle, an der aus dem Held ein Sklave geworden ist. Das wirkt ein wenig seltsam, ist aber eine interessante Idee, da man so die theoretische Wende vom Sklaven zum Helden als Finale stellt, und das vorhersehbare weitere Geschehen recht clever in zwei Sätzen zusammenfasst. Das Stück wird von einem sehr lebendig agierenden Ensemble getragen. Alle Figuren werden von den Schauspielern sehr prägnant dargestellt - der große Klischeeanteil geht für ein Hörspiel für die jüngeren Zielgruppen durchaus in Ordnung. Eine unterhaltsame Produktion in einer interessanten Inszenierung! Meine Wertung: + + + |
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