Die Seilbahn
  Autor: Matthias Wittekindt
  Produktion: SWR 2008
  Regie: Wolfgang Rindfleisch
  Team: Ton: Peter Kainz, Andrea Mammitzsch
Schnitt: Sonja Röder
Regieassistenz: Cordula Dickmeiß
Dramaturgie: Friederike Roth
  Länge: 50 Min.

Mitwirkende:

Helga: Nele Rosetz
Horst: Axel Wandtke
Tina: Astrid Meyerfeldt
Ergott: Hilmar Eichhorn
Ingrid: Winnie Böwe
Herr von Rosen: Otto Mellies
Schaffner: Martin Gelzer
Kind: Yannik Lazai

Inhalt:

Sieben Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, fahren mit einer Seilbahn auf einen Tafelberg. Der Berg liegt in einem dichten Nebelschleier, als die Gondel plötzlich stoppt. Nachdem der Schaden behoben ist, erreicht die Gruppe den Gipfel, doch auch hier herrscht eine seltsame Stimmung. Komische Geräusche sind zu hören und ein Kind entdeckt ein fremdartiges Tier. Deshalb entscheidet die Gruppe sich, trotz des schlechten technischen Zustands der Gondel, doch lieber für eine Rückfahrt mit ungewissem Ausgang.

Bemerkungen:

Was mir bislang an Matthias Wittekinds Hörspielen positiv aufgefallen ist, ist die sie umgebende bedrohliche Stimmung. Auch in "Die Seilbahn" schwingt dies mit. Ist es zunächst nur der technisch desolate Zustand der Gondel, wird später auch die unheimliche Atmosphäre auf dem Berggipfel zum Spannungselement.

In dieser Kulisse agiert eine bunt zusammengewürfelte Reisegruppe, die aus kleinen Grüppchen besteht und bei der jeder recht unterschiedliche Voraussetzungen, Interessen und Neigungen hat. Das führt dazu, dass sich recht schnell Disharmonien bilden. Als es dann zum absehbaren Zwischenfall kommt, muss sich die Gruppe irgendwie zusammenraufen und durch die besondere Situation ergeben sich dann doch Gemeinsamkeiten.

Obwohl diese Interaktionen nicht uninteressant sind, stehen sie aber deutlich im Schatten des Bedrohungsszenarios. Es ist insoweit schon schade, dass diese Kulisse nicht für mehr genutzt wird, sie nur am Rande, und nicht im Fokus der Betrachtung liegt. Selbst die - zugegeben etwas abtruse - Idee einer "Vergessenen Welt" in der Schweiz, hätte in der Qualität der Darstellung, sicherlich Boden für eine gute Geschichte geboten, Zumal ja auch die akustische Umsetzung für ein gutes und spannendes Bild zu sorgen weiß.

So bleibt leider dann doch ein etwas schales Gefühl zurück, dass man aus dieser Idee noch viel, viel mehr hätte machen können.

Die Sprecher agieren gut in ihren Rollen. Sie verleihen, trotzdem sie zum Teil sehr extreme Charaktere zu vertreten haben, ihren Figuren ein glaubwürdiges Bild.

Von der technischen Umsetzung gibt es hier nur wenig zu meckern. Einzig, dass man das spannende Szenario zwar aufbaut, aber nicht eingehend genug nutzt, hinterlässt einen etwas faden Nachgeschmack. So, wie es sich darstellt, hat man bei diesem Hörspiel den Eindruck, das es mehr vorgaukelt, als die Geschichte letztlich bietet.
Meine Wertung:
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