| Die Unmöglichen |
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Autor: |
Paul Plamper und Julian Kamphausen |
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Produktion: |
WDR/SWR 2008 |
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Regie: |
Paul Plamper |
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Länge: |
54 Min. |
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Mitwirkende: |
Margarita Broich, Herbert Fritsch, Fabian Hinrichs, Fabian Busch, Nele Winkler,
Dr. Christian Bethge
sowie
Vladimir Malkhov, Olsen Involtini, Angelika
und Darius Sautter, Maria Brodmann, Hanns Obermann, Halka de Spirt, Franz
Broich-Wuttke, Ingo Gräser, Nico Leopold, Elisabeth und Nicklaus Rexrodt, Judith
Lotter, Nadine Jäger, Jelle Jepsen |
Inhalt: |
"Do you need a stimulation?" fragt die Schwester noch und knallt dem zukünftigen
Vater ein Pornoheft auf den Tresen - und schon beginnt die Geschichte von drei
möglichen/ unmöglichen Kindern: In England kann man heute für 6.500 Pfund
in-vitro-erzeugte Embryonen genetisch untersuchen und 7.000 Merkmale für spätere
Krankheitsrisiken erkennen, darunter Brustkrebs, starke Hornhautverkrümmung oder
Schizophrenie. Ist es nicht fahrlässig, diese Möglichkeit nicht wahrzunehmen?
Nach der Samenspende in einer solchen englischen Privatklinik steht ein Paar vor
der Entscheidung, welcher von drei Föten eingesetzt werden soll, nachdem alle
auf spätere Erkrankungen untersucht worden sind. In diesem "pränatalen
Spekulationsraum" unterhalten sich die drei möglichen Leben darüber, was mit
ihnen passieren wird. Die Stimmen von Fabian, Amelie und Max werden zu Erzählern
ihres eigenen Lebens. In kurzen Snapshots geben sie eine Vorschau auf die
wichtigsten Ereignisse zwischen Geburt und Tod. Gleichzeitig kommentieren sie
den Entscheidungsprozess der Eltern und spekulieren fortwährend darüber, wer
wohl am Ende das Rennen macht und eingepflanzt wird.
Durch die
Fortschritte in der Gentechnik ist es mittlerweile möglich, noch vor der
Entstehung des Lebens das Leben selber immer differenzierter zu selektieren,
Natur und Evolution zu manipulieren. Das Hörspiel bewegt sich in diesem
Diskussionsraum und stellt ein paar entscheidende Fragen: Ist die DNA wirklich
der alles bestimmende Bauplan? Kann sie Lebensglück versprechen? Was für ein
Leben ist denn überhaupt ein lebenswertes?
Paul Plamper geboren 1972
in Ulm, lebt in Berlin. Er studierte von 1993 bis 1995 Theaterwissenschaften und
Germanistik an der Humboldt-Universität Berlin. Er begann seine Regiearbeit 1992
als Regieassistent unter Peter Zadek und Heiner Müller. Später arbeitete Plamper
für das Berliner Ensemble und die Volksbühne Berlin und begann, erste Hörspiele
zu realisieren. Seitdem entstand eine Vielzahl an Hörspielproduktionen. Sein
Hörpspiel "TO P HIT leicht gemacht" (WDR/NDR) gewann 2002 den Prix Europa. 2006
entstand der Dreiteiler "Hochhaus" nach dem Roman von J.G. Ballard.
Julian Kamphausen geboren 1975 in Darmstadt, lebt in Berlin. Seine
Theaterlaufbahn begann mit Regieassistenzen bei Werner Schroeter, Katharina
Thalbach und Christoph Schlingensief. Er inszenierte seitdem unter anderem an
Spielstätten in Wien, Berlin und Hamburg. Heute arbeitet
Julian Kamphausen
als Regisseur und Dramaturg, unter anderem am Berliner Ensemble und in der "Bar
jeder Vernunft". |
Bemerkungen: |
Im Hörspiel "Die Unmöglichen" sind Paul Plamper und Julian Kamphausen auf einem
moralisch sehr umkämpften Gebiet unterwegs. Mit einer sehr genialen Idee,
greifen sie das Thema der pränatalen Selektion an und stellen den unmöglichen
Sachverhalt da, wie sich drei Embryonen unterschiedlich entwickeln könnten.
Natürlich wirken alle drei Kinder sehr klischeehaft - aber um als prägnantes
Beispiel zu dienen, darf hier auch ruhig mit ordentlich dicker Farbe gemalt
werden. Die Botschaft wird deutlich und darauf kommt es letztlich an.
Ein Stück, das zum Nachdenken anregt, und zeigt, dass nicht jede
technische Möglichkeit eine Garant für ein zufriedenstellendes Ergebnis sein
muss.
Die Umsetzung des Hörspielparks ist wie zu erwarten gelungen. Sehr
gute Sprecher, die allesamt einen sehr glaubhaften Eindruck hinterlassen,
agieren in zur Handlung passenden Kulissen. Die Produktion ist rund und drängt
sich zu keinem Zeitpunkt vor die Handlung.
Ein Hörspiel, das mit einer
gelungenen Darstellung ein sehr ernstes Thema transportiert, ohne dabei
staubtrocken oder moralisch übertrieben zu wirken.
Hier sollte man auf
jeden Fall mal reinhören!
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