| Der letzte Detektiv (30) Virtuella von Michael Koser Regie: Werner Klein BR 1995 52 Min. Mit Bodo Primus, Peer Augustinski, Nadja Rüpprecht, Wolf Euba, Adelheid Arndt u.a. Babylon, Vereinigte Staaten von Europa, Februar 2014. Jonas kennt das. Aus hundert Romanen und tausend Filmen. Der Privatdetektiv sitzt in seinem Büro. Dreht Däumchen. Plötzlich geht die Tür auf - und wer kommt rein? Richtig! Eine tolle Frau! Atemberaubend! Geheimnisvoll! Blond! Vielleicht ein bisschen klein geraten. Und ein bisschen ungelenk auch. Aber angezogen wie das Titelblatt von „Livestyle“. Sie setzt sich. Schlägt die Glitzerbeine übereinander. Sieht ihn an: Herausfordernd. Abschätzend. Mona ist etwa dreizehn Jahre alt. Und sie ist nicht allein. Schon nach wenigen Augenblicken folgt ihr Stiefvater Dr. Mandelbrot, Direktor eines Instituts für prothetische Andrologie. Jonas hält diesen Mann für so seriös wie einen Ärzte-Kongress in Acapulco. Aber Mandelbrot engagiert den Detektiv. Wegen Max Mox. Leiblicher Vater der jungen Mona. Und tot. Und jetzt steht zu befürchten, dass Monas Anteil am Mox-Erbe weg ist. 30 Millionen! Sam versucht eine Fon-Verbindung mit Moritz Mox herzustellen. Moritz ist der Bruder von Mona. Er ist geschäftsführender Direktor des Mox'schen Firmenimperiums und hat die Verfügungsberechtigung über das gesamte Erbe. Ob Super-Sam damit Erfolg hat, wenn er Jonas als stinkreichen chinesischen Finanz-Hai anvisiert, der ein paar Milliönchen anlegen will? Bemerkungen: Mit "Virtuella" beginnt das letzte Viertel der "Jonas"-Reihe. Noch immer sind die Geschichten - für sich betrachtet - gute und unterhaltsame Hörspiele. Hat man allerdings die Reihe stets verfolgt, erkennt man immer wieder und immer mehr deckungsgleiche Muster. Die Fälle ähneln sich in einigen Punkten; zwar nicht so, dass man einzelne Folgen direkt nebeneinander stellen könnte, aber doch in der Art, dass der Plotverlauf und die Art, wie Protagonisten und Antagonisten auftreten und agieren, nicht unbedingt überraschen. Dazu kommt, dass die Verknüpfung zwischen der Einzelgeschichte und dem Jonas-Universum in früheren Fällen sehr viel dichter waren. Sieht man es losgelöst vom Reihenkontext, bietet aber auch "Virtuella" einen durchaus hörenswerten und unterhaltsamen Fall. Koser erzählt die Geschichte mit viel genretypischem (sowohl des SF, als auch des Noir) Flair und bringt außerdem genügend Spannungsmomente unter. In der Umsetzung überzeugen Bodo Primus und Peer Augustinski als eingespieltes Team, während das Ensemble dahinter zwar solide spielt, aber dennoch etwas blass bleibt. An sich ist "Virtuella" ein unterhaltsames Hörspiel, aber die Serie zeigt nach nunmehr dreißig Folgen doch leichte Abnutzungserscheinungen. Fans der Serie werden in dieser Folge nur wenig Neues oder Originelles entdecken können. Meine Wertung: + + |
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