Don Carlos

von Friedrich Schiller

Funkeinrichtung: Goetz Kozuszek
Regie: Gustav Burmester
NWDR 1955
113 Min.


Philipp II., König von Spanien: Friedrich Domin
Elisabeth von Valois, seine Gemahlin: Maria Becker
Don Carlos, der Kronprinz: Hans-Georg Laubenthal
Marquis von Posa, ein Malteserritter: Will Quadflieg
Der Großinquisitor des Königsreichs: Paul Bildt
Ein Page: Charles Brauer
u. v. a.

Bild: NWDR/Wilhelm Zander
Maria Becker vom Schauspielhaus Zürich als Königin Elisabeth und Hanns Georg Laubenthal als Don Carlos


Bild: NWDR/Wilhelm Zander
Regisseur Gustav Burmester und Will Quadflieg als Marquis von Posa

Bild: NWDR/Wilhelm Zander



Mit seinem 1787 in Hamburg uraufgeführten "Don Carlos" wendet sich Schiller von der realistischen Tendenz seiner frühen Dramen und vom Sturm und Drang ab. Aus der ersten Fassung, einer Prosadichtung, in der die Liebestragödie im Vordergrund steht, wurde ein großes historisches Ideendrama, das die Verstrickung von Macht und Freiheit thematisiert und weltgeschichtliche Perspektiven verdeutlicht. Im Mittelpunkt der Handlung stehen Don Carlos, der Infant von Spanien und der Marquis Posa, dem der Dichter seine Freiheitsideen in den Mund legt. Sein an den spanischen König Philipp II. gerichteter Appell: “Geben Sie Gedankenfreiheit. Sire!“, ist eine der wohl berühmtesten Textstellen des Stückes.

Die anlässlich des Schillerjahres 1955 produzierte Fassung des NWDR aus dem Funkhaus Hamburg hob mit beinahe asketischer Strenge den großen, gedanklichen
Zug des Dramas heraus. Auf alles Fabulierende sowie eine Reihe von Nebenhandlungen wurde dabei bewusst verzichtet. Die herausragende Besetzung unter der Regie von Gustav Burmester erfüllte höchste Ansprüche und ermöglichte so eine frühe Sternstunde des Radios der Nachkriegszeit.

 
Zur Startseite