Doppeltes Spiel
Von Pierre-Jean Bouyer
aus dem Französischen von Jean-Louis Marie
Regie: Burkhard Ax
WDR 2006
54 Min.


Ludo Rinizzi: Gustav Peter Wöhler
Frédérique: Katherina Wolter

Bild: WDR/S. Anneck
Katharina Wolter und Gustav Peter Wöhler; Bild: WDR/S. Anneck

Krusowicz: Hans-Detlef Hüpgen
Simon: Siemen Rühaak
Jekkel: Denis Moschitto
Hekkel: Vittorio Alfieri
Frau an der Infostelle: Isabella Archan
Julie: Patricia Harrison
Priester: Piet Fuchs


Ludo Rinizzi arbeitet im Leichenschauhaus. Gerade hat der Hobbyschriftsteller seinen ersten Roman fertig gestellt, schickt ihn an die Pariser Éditions K und wird tatsächlich zum Gespräch eingeladen. Doch Krusowicz, der Verleger, will nur Rinizzis wohlklingenden Namen. Ludo soll ihn hergeben für den bereits druckfertigen Stoff eines anderen. Im Gegenzug verspricht ihm Krusowicz eine stolze Summe. Reichlich verdutzt unterschreibt der frisch gebackene Pseudo-Autor den Vertrag. Als Ludo wenig später zu seinem Auto zurückkommt, findet er auf dem Rücksitz eine Leiche, und die Ereignisse überschlagen sich.

Pierre-Jean Bouyer, geboren 1968 in Nancy, hat Mathematik und Film studiert. Er arbeitet als Multimediakünstler im Film-, Video- und Musikbereich und als Hörspielautor für Radio France. Der WDR produzierte zuletzt von ihm „Geschäfte und Gefühle“ (2010). Pierre-Jean Bouyer lebt in Paris.


Bemerkungen:

Die Geschichte fängt vielversprechend an: Ein unmoralisches Angebot, ein paar rätselhafte Morde und ein Protagonist, der ins Fadenkreuz der Ermittlungen gerät und nicht die geringste Ahnung hat, was hier gespielt wird. Eine exzellente Grundidee, die das Hörspiel spannend und interessant macht. Leider verliert der Plot aber mehr und mehr diese hervorragenden Eigenschaften, so dass am Ende ein eher fadenscheiniger Fall und eine entsprechend maue Auflösung steht. Diese Fallhöhe sorgt letztlich dafür, dass man den Krimi dann doch eher als enttäuschend einstufen muss; Hier wäre deutlich mehr möglich gewesen.

Angesichts der verschenkten Geschichte ist die Qualität der Umsetzung eigentlich viel zu gut. Die sehr guten Sprecher verkaufen sich hier unter Wert, da die Figuren immer blasser werden, je länger die Spielzeit voranschreitet.


Eine großartiger Beginn, ein schwaches Ende - das ist einfach die falsche Reihenfolge. Doppeltes Spiel ist insoweit eher ein ärgerliches Spiel.

Meine Wertung: -


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