Drei Schwestern

von Anton Tschechow

Musik: Helmut Löffler
Bearbeitung und Regie: Rudolf Noelte
BR 1971
133 Min.


Olga: Evelyn Matzura
Mascha: Gertrud Kückelmann
Irina: Cordula Trantow
Andrej: Ernst Jacobi
Natascha, seine Frau: Julia Costa
Kulygin, Maschas Mann: Werner Finck
Werschínin: Gerhard Becker
Baron Tusenbach: Heinz Baumann
Soljony: Hans-Michael Rehberg


Seit ihr Vater, einst Regimentskommandeur, in die Provinz versetzt wurde, sehnen sich seine drei Töchter nach Moskau zurück. Nur dort erscheint ihnen das Leben lebenswert. Olga, die älteste, wird Direktorin des Mädchengymnasiums, Mascha leidet unter ihrer Ehe mit einem biederen Gymnasiallehrer, und Irina, die jüngste und schönste, wird Volksschullehrerin, nachdem der Mann, den sie liebte, in einem sinnlosen Duell stirbt. In ihrem Bruder Andrej haben alle drei ein Genie der Wissenschaft gesehen, aber sie müssen erkennen, dass er ein Philister geworden ist, an der Seite einer unerträglichen Ehefrau. Gegen die ungeliebte Gegenwart in der Provinzstadt setzen die Schwestern ein „Moskau der Seele“, unerreichbar und in der Erinnerung geschönt. Dennoch hat der Autor sein Stück nicht als Tragödie konzipiert.

Konstantin S. Stanisláwski, Regisseur der Uraufführung, war überzeugt, dass Tschechows Figuren „ganz und gar nicht nur Schwermut und Langeweile mit sich herumschleppen, im Gegenteil, es sind Menschen, die Fröhlichkeit, Lachen und Munterkeit suchen, die leben wollen, nicht nur vegetieren“.

Anton Tschechow (1860-1904), Sohn eines kleinen Viehhändlers, studierte Medizin in Moskau und wurde zunächst als Erzähler bekannt. Nachdem sein erstes Theaterstück „Die Möwe“ beim Moskauer Publikum durchgefallen war, feierte das „Moskauer Künstlertheater“ mit seinen Dramen große Bühnenerfolge. Ein Lungenleiden führte Tschechow zunächst ins angenehmere Klima der Krim, zuletzt aber nach Badenweiler im Schwarzwald, wo er mit 44 Jahren starb.


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