Dr. Murkes gesammeltes Schweigen
  Autor: Heinrich Böll
  Produktion: SWF 1986
Hörspielbearbeitung und Regie: Hermann Naber
Musik: Rolf Hans Müller
  Länge: 51 Min.

Mitwirkende:

Henning Venske (Dr. Murke), Hilmar Thate (Techniker), Jürgen Thormann (Intendant), Hans-Helmut Dickow (Prof. Bur-Malottke), Christel Koerner (Wulla), Gerd Andresen (Higlieme), Iris Werlin (Sängerin), Heinz Schimmelpfennig (Schwendling), Berth Wesselmann (Muckwitz), Andreas M. Ebert (Fenn), Patrick Blank (Weggucht), Ludwig Thiesen (Krochy), Walter Laugwitz (Wanderburn), Peter Lieck (Humkoke), Nina Danzeisen (Rina), Edda Seippel (Jadwiga Herchen), Claudia Knupfer (Cutterin), Wolfgang Forester (Dramaturg), Axel Corti (Erzähler), Arturo Möller (Lautsprecher), Klaus Krauleidis (Atheist)

Inhalt:

Gezeigt wird der Alltag im Radiostudio. Dr. Murke, Redakteur der Abteilung «Kulturelles Wort», plagt sich mit einer wenig attraktiven Aufgabe herum. Den wortgewaltigen Essayisten Professor Bur-Malottke reut es, dass er in seinen Nachkriegsvorträgen Gott so eindeutig beim Namen genannt hat. Er zieht nun eine unverbindlichere Wendung vor. Deshalb muss Murke das Wort «Gott» aus alten Sendebändern, die wiederholt werden sollen, herausschneiden und dafür die Formel «Jenes höhere Wesen, das wir verehren» einsetzen. Das überflüssig gewordene Wort «Gott» findet prompt in einem Hörspiel Verwendung, an Stellen, wo ursprünglich Schweigen vorgesehen war. Aber Schweigen ist nun mal im Radio nicht so gefragt. Nur der Herr Dr. Murke vom Kulturellen Wort, der hat für das Schweigen seine ganz eigene Verwendung.


Heinrich Böll, wurde am 21. Dezember 1917 in Köln geboren. Nach dem Abitur arbeitete er in einer Buchhandlung, dann begann er ein Germanistikstudium. 1939 wurde er in die Wehrmacht eingezogen. Er blieb Soldat, bis er im April 1945 in amerikanische Kriegsgefangenschaft geriet, aus der er im September wieder entlassen wurde. Ab 1947 arbeitete er als freier Schriftsteller, schrieb Erzählungen, Romane, Hör- und Fernsehspiele und Theaterstücke. Er machte sich auch einen Namen als Übersetzer aus dem Englischen. Für sein Werk erhielt er 1967 den Büchner-Preis und 1972 den Nobel-Preis für Literatur. Er war Präsident des Deutschen und des Internationalen PEN-Clubs. Er starb am 16. Juli 1985 in Langenbroich.

Bemerkungen:

Ein Klassiker des Radiohörspiels, hier in einer Fassung des SWF. Ein wenig ist die Zeit über diese Mediensatire gegangen. Vieles wirkt aus heutiger Sicht gar nicht mal mehr so befremdlich, so dass der Funke bei diesem Hörspiel etwas schwerer überspringen will. Aber letztlich funktioniert der Grundhumor noch immer.

Ein großer Pluspunkt dieser Produktion ist das Sprecherensemble, allen voran Henning Venske als Dr. Murke. Insbesondere sein Zusammenspiel mit Hilmar Tate und Hans-Helmut Dickow beim Neueinsprechen ist wirklich hörenswert.

"Dr. Murkes gesammeltes Schweigen" ist ein Hörspiel, dass vielleicht nicht die breite Masse ansprechen dürfte, dafür aber Fans des Radiohörspiels an sich recht gut gefallen dürfte.
Meine Wertung: + + +
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