Ein Drei-Tassen-Problem
  Autor: Stefan Winges
  Produktion: WDR 2008
  Regie: Christoph Pragua
  Länge: 52 Min.

Mitwirkende:

Christoph Maria Herbst, Matthias Haase, Wolfgang Rüter, Gisela Keiner, Paul Faßnacht, Marylu-Saskia Poolman, Peter Nottmeier, Frank Büssing, Axel Häfner und Ulrich Marx

Inhalt:

Köln, um 1895: Baron Olaf von Dollingen, reicher Jungerbe, wird mit eingeschlagenem Schädel und gefüllter Geldbörse tot aufgefunden, in einer kleinen Gasse in unmittelbarer Theaternähe. Offensichtlich kein einfacher Raubmord. Kommissar Strammel präsentiert schnell einen Hauptverdächtigen: Hauptmann von Kallbach, den Vetter des Toten. Doch Detektiv Sonnfried Kapps glaubt an dessen Unschuld und vermag durch geschickte Recherche und ungewöhnliche Kombinationsmethoden Licht ins Dunkel zu bringen.


Stefan Winges, geboren 1957 in Rheydt, studierte Philosophie, Germanistik und Komparatistik in Bonn. Er arbeitet als Antiquar, lebt als freier Schriftsteller in Köln und hat mehrere Kriminalromane veröffentlicht. Er ist Mitglied im „Syndikat“, der Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur.

Bemerkungen:

Stefan Wingens erzählt hier in seinem ersten Hörspiel die Geschichte um den Detektiv Sonnfried Kapps. Dieser agiert quasi als deutsches Pendant zu Sherlock Holmes. Das Stefan Wirges diese Art Geschichte liegen, zeigen seine bisherigen Veröffentlichungen, denn er gehört zu den Autoren, die sich an die Fortführung des Werkes von Arthur Conan Doyle um den wohl berühmtesten Detektiv der Welt, wagen.

Insofern überrascht die Struktur dieser Geschichte nicht wirklich. Man bekommt einen guten Detektivkrimi in einem sehr ansprechenden historischen - und aufgrund des Spielorts eher ungewöhnlichen - Ambiente.
Der Fall ist durchdacht und logisch, allerdings hält sich der Mitratefaktor etwas in Grenzen, da man in diesem Medium dem Hörer nicht alle notwendigen Fakten an die Hand geben kann.

Die Umsetzung ist, soweit es die Soundgestaltung anbetrifft sehr gelungen und passt sich der Handlungszeit gut an. Weniger passend ist allerdings diesbezüglich der Sprechereinsatz des Protagonisten. Die Art, wie Christoph Maria Herbst die Figur des Kapps anlegt, ist ein wenig zwiespältig. Zwar gibt sie ein gutes Bild des lockeren und leicht arroganten Detektivs, diese Figur will aber nicht so ganz in die klassische Kulisse passen. Ansonsten gibt es an der Perfomance nichts auszusetzen.

"Ein Drei-Tassen-Problem" ist eine netter Krimi mit deutlicher Sherlock-Holmes-Färbung in sehr ansprechenden Kulissen. Eine knappe Radiostunde kann man sich hiervon angenehm unterhalten lassen.
meine Wertung: + + + 
Zu den aktuellen Radio-Tipps
Zum Radio-Tipp-Archiv