Einer gegen alle
     

Von Oskar Maria Graf
Komposition: Martina Eisenreich
Bearbeitung: Mira Alexandra Schnoor
Regie: Bernadette Sonnenbichler
BR 2005


Erzähler: Jörg Hube
Georg Löffler: Christoph Zrenner
Alois Löffler: Burchard Dabinnus
Elly: Brigitte Hobmeier
sowie Joram Voelklein, Tim Seyfi, Luise Deschauer, Rudolf Waldemar Brem, Volker Bruch, Monika Manz, Gerhard Acktun, Anna Barbara Kurek, Wilhelm Manske, Paul Herwig und Michael Habeck


Zum 1. Todestag Jörg Hubes Mai 1919: der Krieg ist aus, die rote Räterepublik wird von den Truppen der Weißen niedergeschossen. Der ehemalige Soldat Georg Löffler findet sich nicht mehr zurecht. Er ist ein Kriegsheimkehrer, der nicht heimkehrt. Nicht auf seinen Hof nach Oberwillenbach, nicht in das Leben der Weimarer Republik. Von den Behörden für tot erklärt, von niemandem vermisst, hat er den Übergang nicht geschafft: die Zeit des erlaubten Mordens ist vorbei, das Wertesystem muss umgepolt werden. Aber: der Vagabund war einer von den Tausenden, denen der Krieg jede Beständigkeit geraubt hatte. Im Grunde genommen wollte er nichts anderes mehr als Beute machen, täglich zu fressen haben, eine Bleibe für die Nacht und ein Weib, wenn ihn danach verlangte. Irgendwann war alles in ihm zusammengebrochen, was man als gut und wesentlich an einem Menschen bewertet. Der Vagabund irrt durch das orientierungslose Nachkriegsdeutschland. In einem Akt wilder trotziger Auflehnung stemmt er sich gegen die ganze Gesellschaft: "Zum Frieden bedarf es übrigens auch desjenigen, der ihn annimmt! Ich nehme ihn nicht an!" Oskar Maria Grafs Roman erschien im Oktober 1932, drei Monate vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten.

 
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