Eingefrorene Kindheit
Szenen einer Leidenschaft
Von Clarisse Cossais

Regie: die Autorin

DLR 2005
55 Min.


Mit Lara Körte


Einige Stimmen begleiten uns ein Leben lang, Stimmen, denen man als Kind gebannt zuhörte, Stimmen von Kindern, Tieren, Fabelwesen, Märchenfiguren. Stimmen, die aus dem Radio oder von Schallplatten zu uns sprachen: Hörspielstimmen.

Und immer wieder passiert es, dass man sich aus diesem Hörspielkosmos einer geheimen Sprache bedient und die alten Stücke zitiert. Dem Sandmann, dem Räuber Hotzenplotz, der kleinen Hexe, Findigs, Pumuckl, den Bürgern von Schilda u.v.a. wird heute die Ehre erwiesen.


Clarisse Cossais, geboren 1969 in Marseille, studierte Germanistik in Paris und Straßburg, lebt seit 1991 in Berlin. Seit 1993 freie Mitarbeiterin bei Deutschlandradio. Autorin und Moderatorin der Sendereihe "Familie in Serie". Für ihre Produktion "La Sehnsucht. Franzosen in Berlin" (SWR 2008) erhielt sie den deutsch-französischen Journalistenpreis 2009.


Bemerkungen:

Viele Hörspielfans, die man unter dem Begriff "Kassettenkinder" zusammenfasst, haben in Bezug auf das Medium eine ganz ähnliche Vita und berichten auch über ihr Verhältnis zu den Hörspielen ihrer Kindheit meist mit dem gleichen Aussagen. Allerdings stehen meist ja die kommerziellen Produktionen, und damit meist auch nur westdeutsche Erinnerungen im Blickpunkt.
Claire Cossais fasst in ihrem Feature "Eingefrorene Kindheit" den Blick weiter, richtet ihn auf Radiohörspiele und zwar aus West und Ost.

Die Geschichten aus der Kindheit, die liebevollen Erinnerungen an ein geliebtes Medium werden durch viele Ausschnitte aus erinnernswerten Hörspielen von "Die kleine Hexe" bis zum "Sängerkrieg der Heidehasen" untermalt.

Ein kurzer, lohnenswerter Ausflug in Kindheitserinnerung, die bekannte Verläufe und Emotionen zu Hörspielen wiederspiegelt, aber auch mal den Blick über den gewohnten "Die drei ???" und "TKKG"-Tellerrand hinauswagt.


Meine Wertung: + + + +

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