Ein
genialer Hund
oder
Der Sprechapparat |
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Von Ingomar von Kieseritzky |
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Regie: Thomas Werner |
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WDR 2009 |
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Mitwirkende: |
Traugott Buhre, Caroline Schreiber, Albert
Fortell, Andreas Grötzinger und Burghart Klaußner |
Inhalt: |
Löwis, Besitzer eines exklusiven
Privatzoos, möchte ein friedliches Tierparadies etablieren
aber der zahnlose Löwe kann sich nicht an
Gemüse gewöhnen und ein Affe verfügt nicht
immer über den freien Willen, seine Aggressivität im
Zaum zu halten. Nun will Löwis seinem Hund Alfred mittels
einer neuen technischen Errungenschaft das Sprechen
ermöglichen. Er ist sich sicher, dass Alfred philosophischen
Gedanken nachgeht. Wenn Alfred zum Sprechen gebracht werden kann, muss
der Mensch seine Position im Kosmos neu überdenken. Dazu wird
es nicht kommen, aber die Gedanken dieses Hundes eines
inkontinenten, an Gelenkentzündung leidenden Hypochonders, den
nur sein Herr für genial hält bilden die
komische Kontrastebene zu den hochgeistigen Gesprächen jener
seltsamen Gesellschaft, die der Tierliebhaber Löwis um sich
versammelt hat. Hund Alfred fühlt sich indessen ganz wohl:
„Der alte Herr ist plemplem, das ist mir klar. Abwarten,
heißt die Parole. Luxusfutter und ein warmes Bett sind ja
nicht zu verachten.“
Ingomar von Kieseritzky, geboren 1944 in Dresden, lebt seit 1971 als
freier Schriftsteller in Berlin. Er veröffentlichte Romane und
zahlreiche Hörspiele (Hörspielpreis der Kriegsblinden
1996 für „Compagnons und Concurrenten oder Die
wahren Künste“).
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Bemerkungen:
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Was sich
zunächst als recht alberne Geschichte darstellt, entwickelt
sich schnell zu einer sehr philosophischen Betrachtung, die einen
perfekten Blickwinkel annimmt. Das ist sicherlich nichts für
Jedermann, aber dürfte diejenigen, die es
hintergründig und vor allem auch hintergründig witzig
mögen, durchaus interessieren und gut unterhalten.
Die Inszenierung tritt hier komplett in den Hintergrund und
lässt den erstklassigen Sprechern Raum. Die Leichtigkeit, mit
der diese Geschichte dargeboten wird, ist sehr passend, hat auch nie
den Überschlag ins Alberne und steht dieser Produktion gut zu
Gesicht.
Dieser Geschichte darf und sollte man ein Ohr leihen. Eine interessante
Geschichte aus zum Teil ungewöhnlicher Perspektive.
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