Eisblut
  Autor: Marina Heib
  Produktion: DLR 2009
  Regie: Walter Adler
Bearbeitung: Christoph Güsken
  Länge: 55 Min.

Mitwirkende:

Erzählerin: Almut Zilsch

Dr. Anna Maybach: Kathrin Wehlisch, Bild: WDR/Deutschlandradio/Jonas Maron
Dr. Anna Maybach: Kathrin Wehlisch

Christian Beyer: Mark Waschke
Prof. Gellert: Gerd Wameling
Martin Abendroth: Peter Sikorski
Annas Vater: Martin Seifert

sowie Inaam Wali, Erika Strotzki, Sebastian Straub, Susanne Franzmeyer, Maik Solbach, Christian Gaul, Uta Prelle, Sven Lehmann, Thomas Fränzel, Marc Hosemann, Marina Behnke, Helmut Gauss, Jasmin Tabatabei, Traugott Buhre und Uta Hallant


Jasmin Tabatabei und Mark Waschke, Bild: WDR/Deutschlandradio/Jonas Maron
Jasmin Tabatabei und Mark Waschke, Bild: WDR/Deutschlandradio/Jonas Maron


Bilder: WDR/Deutschlandradio/Jonas Maron

Inhalt:

In blauen Plastiksäcken werden verstümmelte Leichen gefunden. Die junge Studentin Uta Berger ist das erste Opfer, und alle Anzeichen deuten daraufhin, dass sie gefoltert wurde. Die Spuren führen zu einer iranischen Zeugin und ans Hamburger Institut für Orientalistik. Die Hamburger Sonderermittler um Christian Beyer brauchen die Hilfe der Psychologin Anna Maybach, denn  die Zeit drängt. Es gilt, die Motive eines Täters zu entschlüsseln, der mit größter Akribie und Intelligenz vorgeht. Die Psychologin glaubt, dass es sich um einen professionellen Folterer handelt.

Martina Heib, geboren 1960 in St. Ingbert, studierte Philosophie, arbeitete als Journalistin, lebt als freie Autorin in Hamburg und Berlin. 2006 erschien ihr erster Roman "Weißes Licht".

Bemerkungen:

Die erste Krimiproduktion des DLR für das Jahr 2009 startet gleich mit einem Knaller. Mehr Thriller als Krimi, aber als solcher überzeugt die Produktion auf ganzer Linie. Die Story ist in den ersten Minuten etwas sperrig, man findet dann jedoch sehr schnell in die Handlung. Und die hat es in sich. Nicht nur die sehr drastischen Ereignisse und Schilderungen, auch die düsteren Vergangenheiten der Involvierten fesseln den Hörer.

Das Finale setzt dann nochmal auf eine arge Nervenprobe und hier werden weder die handelnden Figuren noch der Hörer geschont.

Walter Adler zeigt hier, was man aus einem guten Stoff noch herausholen kann. Er inszeniert die Geschichte auf den Punkt. Temporeich, ohne gehetzt zu wirken und mit viel Spannung und Action versehen, ohne dabei trivial zu sein.

Ein Augenmerk liegt dabei auf dem Einsatz der Erzählerin. Almut Zilsch führt in nüchterner Fassung durch die Geschichte, was auf den ersten Blick etwas befremdlich wirkt, dann aber schnell ein gutes Verbindungselement zwischen Handlung und Hörer darstellt.

Auch das restliche Ensemble ist nicht nur gut besetzt, sondern liefert auch gute Leistungen ab. Alle sorgen für eine sehr glaubhafte Darstellung ihrer Charaktere.


DLR Kultur läutet das Jahr 2009 mit einem ersten Paukenschlag ein. "Eisblut" ist ein faszinierender Thriller, der sicherlich beim Hörer nachhaltig in Erinnerung bleiben wird. Eine absolute Hörempfehlung - sofern die Nerven mitspielen.
Meine Wertung: + + + + +
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