| Ende des Spiels Von Julio Cortázar Bearbeitung: Willi Sagert Komposition: Lutz Glandien Regie: Barbara Plensat DLR 1992 44 Min. Simone (70 J.): Liselotte Rau Simone (16 J.): Katharina Walden Hollanda: Bettina Engelhardt Leticia: Leila Abdullah Mutter: Monika Lennartz u.a. Eine alte Frau führt Nachtgespräche mit der Vergangenheit. Sie gerät weit zurück in ihre Mädchenzeit. Bilder und Erinnerungen leuchten auf, die Zeit fällt zusammen, und aus der alten Frau wird Simone, die mit ihren beiden Schwestern in der Mittagsglut zu den Gleisen der argentinischen Zentralbahn läuft. Dort verkleiden sie sich, verwandeln sich und warten auf den Ein-Uhr-Zug, mit den Reisenden hinter den Scheiben nur für den Bruchteil von Sekunden verbunden. Julio Cortázars erster, von Pablo Neruda hochgelobter Erzählband «Bestiario», dessen Geschichten noch stark von Jorge Luis Borges beeinflusst sind, erschien 1951. Während Borges indessen seine Erzählungen von vornherein in einer fiktiven Welt ansiedelt, bricht bei Cortázar das Wundersame unvermittelt in die Alltagswirklichkeit ein. «Ende des Spiels» ist die Titelgeschichte seines zweiten, 1956 erschienenen Erzählbands. Julio Cortázar, 1914 in Brüssel geboren, 1984 in Paris gestorben, war ein argentinischer Schriftsteller und Intellektueller und neben Jorge Luis Borges einer der bedeutendsten Schriftsteller der neofantastischen Literatur. Laut seiner eigenen Tunnel-Theorie verwendete er jedoch lediglich homöopathisch dosierte surrealistische Elemente, um damit die Grenzen der alltäglichen Realität zu sprengen. Seit den 60er Jahren engagierte sich Cortázar, wie viele lateinamerikanische Intellektuelle, zunehmend politisch. Lutz Glandien, 1954 in Öbisfelde geboren, studierte von 1979-83 Komposition an der Berliner Musikhochschule und besuchte von 1985-87 die Meisterklasse von Georg Katzer an der Berliner Akademie der Künste. Lebt als freier Komponist in Berlin. Zahlreiche Auszeichnungen. |
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