| Erde und Asche |
|
| |
Autor: |
Atiq Rahimi |
|
| |
Produktion: |
SWR 2008 |
|
| |
Komposition und Regie: |
Thomas Gerwin |
|
| |
Länge: |
55 Min. |
|
|
|
 |
|
Mitwirkende: |
Dastagir:
Ernst Jacobi
Yassin: Gunda Aurich
sowie Horst Sachtleben, Stephan Baumecker, Hüseyin Cirpici,
Nadine Kettler |
Inhalt: |
An einer staubigen Landstraße in
Afghanistan stehen ein alter Mann und sein kleiner Enkel. Sie warten
auf einen
Lastwagen, der sie auflesen und zu einer Mine mitnehmen
soll. Der alte Mann hat keine Eile, denn er weiß noch
nicht, wie er seinem Sohn, der in der Mine arbeitet, die
grausige Nachricht beibringen soll. Die Nachricht vom
Tod seiner Frau, seiner Mutter und von der Zerstörung
seines Heimatdorfes. Kann man eine solche Nachricht
überhaupt überbringen oder aufnehmen, ohne zu
verzweifeln?
Die verschwindend leisen Klangumgebungen korrespondieren
mit Atiq Rahimis Text und verschmelzen zu einer
fast nüchternen, direkten und dennoch poetischen
Erzählung
über die Sinnlosigkeit des Krieges.
Thomas Gerwin
geboren 1955 in Kassel, lebt und arbeitet
als freier Komponist in Berlin. In Kassel und
Stuttgart studierte er Musik und Komposition.
Sein Werk umfasst neben zahlreichen
Kompositionen auch Multimedia-Projekte
und Klanginstallationen. Er betreut, in Kooperation
von SWR und RBB, die Konzertreihe
„Klangwelten“ in Berlin. Im Jahr 1999
wurde er mit dem Karl-Sczuka-Förderpreis
ausgezeichnet. Für die SWR-Produktion
„Ponderabilien“ von Stephan Krass erhielt er den
Hörspielpreis der
Akademie der Künste 2006, für „Raoul
Tranchirers
Bemerkungen über die Stille“ von Ror Wolf die
Auszeichnung „Hörspiel
des Jahres 2007“
Atiq Rahimi
geboren 1962 in Kabul, lebt heute in Paris.
1984 floh er während des Kriegs mit der
Sowjetunion über Pakistan nach Frankreich,
wo er an der Sorbonne Literatur studierte
und im Fach Audiovisuelle Kommunikation
promovierte. Neben dem Schreiben ist er
heute vor allem als Dokumentarfilmer tätig.
„Erde und Asche“ ist sein erster Roman.
|
Bemerkungen:
|
Nur schwerlich lässt sich hier der
Zugang zu
diesem Stück finden. Weder Atiq Rahimi noch Thomas
Gerwin machen es dem Hörer leicht, sich in diese Geschichte
einzuhören. Sicherlich wollte man der Vorlage Rechnung tragen,
allerdings funktioniert ein Hörspiel nun mal ein anderes als
das
geschriebene Wort, da hier auf Anhieb der Satz das Ohr des
Hörers
erreichen muss.
Es dauert eine geraume Weile, bis man sich an die sprachliche
Gestaltung gewöhnt hat und damit auch die sehr bewegende
Geschichte nachvollziehen kann.
Die Sprecher agieren im Sinne der Produktion. Hier hätte ich
mir
aber etwas mehr Hör"spiel" gewünscht, letztlich
erhält
man eine Lesung mit verteilten Rollen, die ich noch nicht einmal als
"szenische Lesung" betrachten würde.
"Erde und Asche" ist ein besonderes Hörstück, dass
eine sehr
tragische und nachdenklich stimmende Geschichte zu erzählen
weiß. Leider beugt sich die Umsetzung zu sehr der Vorlage und
schafft es nur bedingt, dem Hörer einen geeigneten Zugang zur
Handlung zu schaffen.
|
|
|