Erntelied
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Autor: |
Steffen Thiemann

Foto: © rbb/Dirk Boehme
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Produktion: |
rbb / NDR 2009 |
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Regie: |
Gabriele Bigott |
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Musik: |
Uwe Kropinski, Volker Schlott, Konrad Bauer |
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Länge: |
55 Min. |
Mitwirkende: |
Er: Sven Lehmann

Foto: © rbb/Hanna Lippmann
Sie: Catherine Stoyan
Kellnerin: Gabriela Maria Schmeide
Mutter: Steffi Kühnert
Anruferin: Cathlen Gawlich
Kerkermeister / Vater: Roland Hemmo
Kind: Leonhard Burkhardt |
Inhalt: |
Vielleicht hat er ja auf diesen Anruf gewartet. Obwohl
der doch nichts Besonderes ist, eine Einladung eben, zum
Klassentreffen. Leute treffen, die man 25 Jahre nicht mehr gesehen hat.
Interessiert ihn eigentlich nicht. Aber die Erinnerungen kommen wie
alte Bekannte, aktivieren Kinderängste und zerbröselte
Sehnsüchte, erschrecken voreinander. Was bleibt? Was bedeutet ihm
diese Betonstadt noch, in der er aufgewachsen ist. Fährt er nun
hin? Er fährt, aber zum Treffen in die Gaststätte "Reiche
Ernte" geht er dann doch nicht.
Eine scheinbar banale Bilanz aus der Mitte des Lebens, leise,
lakonisch. Geschrieben von einem Autor, der zur Generation der um die
Vierzigjährigen aus dem Osten Deutschlands gehört - wie auch
sein Protagonist, der rückblickend von sich sagt "...mit zwanzig
macht einem der Verlust einer Utopie nicht viel aus."
Dieses Hörspiel erhielt bei den niederöstereichischen Hörspieltagen
die Auszeichung "Slábbèsz", ebenfalls wurde Regisseurin Gabriele Bigott
für diese Produktion diese Würdigung zu Teil.
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Bemerkungen:
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Steffen Thiemann beschreibt in diesem Hörspiel die
Gedankengänge, die einen mit Mitte vierzig erwischen, wenn man mit
seiner etwas verblassten Vergangenheit konfrontiert wird. Dass es dabei
um eine Vergangenheit geht, die in einem Staat und einer Gesellschaft
stattfand, die es so heute nicht mehr gibt, macht die Klippe zwischen
Gestern und Heute noch ein wenig größer.
Die Geschichte beginnt sehr interessant, lässt aber insbesondere
gegen Ende etwas nach, und verplätschert sich ein wenig in den
Gedankengängen. Das folgt zwar konsequent dem Thema und ist so auf
seine Art passend, macht allerdings die Geschichte nicht ganz rund.
Angenehm unaufdringlich und mit einem sehr feinen ironischen Unterton
versehen, setzt Regisseurin Gabriele Bigott das Werk Thiemann sehr
adäquat um. Mit Sven Lehmann kann sie auf einen Schauspieler
zurückgreifen, der die Figur in ihrer Unentschlossenheit und
Träumerei gut auszufüllen weiß.
Die gewählte Musikkulisse spielt um das Thema des "Ernteliedes"
und schafft so einen ganz eigenen Soundtrack für diese Produktion,
der sich mit dem originellen Arragnement nicht nur sehr gut ins Ohr
spielt, sondern auch und vor allem eine gute Kulisse für diese
Produktion bietet.
"Erntelied" ist ein gut inszeniertes Hörspiel, dass auch
inhaltlich viele hörenswerte Aspekte bietet. Das etwas zu lose
gestrickte Ende sorgt allerdings dafür, dass es nur für eine
solide Wertung reicht.
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