Eulenaugen
  Autor: David Zane Mairowitz
  Produktion: rbb 2008
Regie: David Zane Mairowitz
Bild: SWR/rbb/Hanna Lippmann
  Länge: 55 Min.

Mitwirkende:

Erzähler:Tilo Prückner
Bild: SWR/rbb/Hanna Lippmann


Kaiserin: Gisela Trowe
Prof. Panik: Felix von Manteuffel
Alma: Katharina Schmalenberg
Mutter: Leslie Malton
Verkäufer: Klaus Manchen
Experte: Carl Heinz Choynski
Leskov: Viktor Choulman
u. v. a.


Bild: SWR/rbb/Hanna Lippmann

Inhalt:

Im Schaufenster von „Radio-Art“ in Kreuzberg entdeckt ein älterer Mann ein Kofferradio aus den 50er Jahren der Marke „Owl-Eyes“ – „Eulenaugen“. Vom ersten Moment an ist der Mann davon überzeugt, dass es sich bei dem Radio um genau das Radio handelt, das ihm als Junge im Herbst 1954 in New York hinterlistig entwendet wurde. Wie besessen versucht der Mann den Weg dieses Radios zurückzufolgen, bis hin zu dem gemeinen Dieb, der ihm damals sein Radio gestohlen hat – und damit seinen Stolz und sein Selbstbewusstsein. Eine abenteuerliche Reise beginnt, die den Mann durch die Geschichte eines halbes Jahrhunderts, durch Wendezeit und Kalten Krieg führen. Schließlich - entgegen aller Wahrscheinlichkeit – bringt ihn seine Suche tatsächlich zu dem Dieb von damals. Endlich hat er die Möglichkeit, sich für das erlittene Unrecht zu rächen. Aber ist das wirklich sein Ziel? War der Weg nicht eher das Ziel? Eins ist gewiss: Der Mann am Ende der Geschichte ist ein anderer Mann, als der, der er am Anfang war.


David Zane Mairowitz, 1943 in New York geboren, lebt seit 1966 in Europa als freier Schriftsteller, heute in Avignon und Berlin. Er schreibt journalistische Arbeiten, Kurzgeschichten, Bühnenstücke, zahlreiche Hörspiele, erhielt viele Preise, u. a. 1996 „Prix Ostankino" in Moskau für „Planet aus Asche“, 1997 „Prix Italia“ für „Der wollüstige Tango“, 2005 „Prix Europa“ für „Im Krokodilsumpf“.


Bemerkungen:

Diese Geschichte fängt quicklebendig und spannend an. Die rückwärtsgerichtete Jagd nach seinem Radio, das dem Protagonisten in der Jugendzeit abhandengekommen ist, bietet zudem einen sehr originellen Plot.
Allerdings verliert sich die Geschichte dann trotzdem im Laufe der Spielzeit, die Darstellung wird etwas zäh, so dass auch das eigentlich gute und tiefrgündige Finale den Hörer nicht mehr so wirklich erreicht.

Das liegt zum Teil auch ein wenig an der Inszenierung, die doch sehr gehetzt wirkt. Insbesondere Tobias Prückner muss hier seiner Figur insoweit gerecht werden und saust mit großen Schritten durch den Text. Was zunächst als forsches Tempo positiv aufgenommen wird, ermüdet über die Spielzeit, da sich diese Erzählweise als Effekt etwas überstrapaziert.


Guter Beginn, leider lässt es dann etwas an Potential liegen, so dass auch das Ende nicht mehr auf das Interesse stößt, was es für sich genommen verdient hätte.
   
Meine Wertung: + +
Zu den aktuellen Radio-Tipps
Zum Radio-Tipp-Archiv