| Exfrünnen von Erich R. Andersen Musik-Mix: Joachim Deike Regie: Dirk Böhling RB/NDR 2005 50 Min. Mit Rolf Petersen, Frank Grupe, Birte Kretschmer, Gerlind Rosenbusch u. a. Nach vielen Jahren treffen sich die alten Schulfreunde noch einmal: Kalli, der in seinem kleinen Dorf geblieben ist, und Stefan, der weit herum gekommen ist und "etwas aus sich gemacht hat". Ein gemütlicher Abend mit den Ehefrauen soll es werden. Aber ein Schatten schiebt sich über das Wiedersehen. E. R. Andersen stammt von Sylt und arbeitete hauptberuflich an der Entwicklung von physikalisch-technischen Geräten und Verfahren. Nebenher beschäftigt er sich mit Philosophie und dem Schreiben, verfasst Lyrik, Prosa und Dramatisches - darunter etliche Hörspiele in Niederdeutsch für Radio Bremen/NDR. Er lebt in Heide/Holstein. Bemerkungen: Das große Klassentreffen steht an, am Abend zuvor wollen sich Kalli und Stefan bereits treffen. Die ehemaligen besten Freunde hatten sich vor Jahren getrennt. Den einen zog es in die Ferne, der andere blieb. Beide hatten hierfür das gleiche Motiv, das an diesem Abend nach und nach ans Licht kommt. E. R. Andresen schildert hier sehr eindrücklich, wie ein Ereignis das Leben unterschiedlich prägen, wie sich Schuld festsetzen kann und langen Einfluss nimmt, der auch nach Jahrzehnten gegenwärtig bleibt. Das Stück wird insbesondere von Rolf Petersen und Frank Grupe getragen, die die beiden Figuren Kalli und Stefan sowohl mit ihrer alltäglichen lockeren Oberfläche, aber auch im geheimnistragenden Kern gut darzustellen wissen. "Exfrünnen" ist wieder ein Beispiel dafür, dass Mundarthörspiele durchaus auch Tiefgang haben können, und sich eben nicht nur der bloßen Volkstümelei hingeben. Wer sich halbwegs in der Sprache zurecht findet, dem sei diese interessante Geschichte ans Herz gelegt. Meine Wertung: + + + + |
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