| Fallers große Liebe Von Thommie Bayer Regie: Thomas Leutzbach WDR 2011 54 Min. ![]() Alexander Storz: Andreas Pietschmann Marius Faller: Matthias Ponnier Anja: Edda Fischer Frau: Marie-Agnes Reintgen Mann: Thomas Lang ![]() Andreas Pietschmann und Matthias Ponnier; Bild: WDR/Sibylle Anneck |
||
|
|
||
| „Nehmen Sie auch eine ganze Bibliothek?“ Eines Tages steht Faller im
Laden des wenig erfolgreichen jungen Antiquars Alexander Storz und lädt
ihn zu sich ein. Sie kommen ins Gespräch, und spontan unterbreitet
Faller ihm ein zweites Angebot: ihn auf einer Reise zu begleiten, als
Chauffeur - gegen gutes Honorar. Schon am nächsten Tag sitzen beide in
Fallers dunkelgrünem Jaguar und machen sich auf den Weg. Über das Ziel
der Reise schweigt sich Faller aus. Je länger sie unterwegs sind, je
mehr sie über das Leben, die Liebe und die Welt reden, desto dringender
verspürt Alexander den Wunsch, Klarheit in sein eigenes Leben zu
bringen. Gemeinsam suchen sie schließlich die Antwort auf eine der
schwierigsten Fragen: Was ist schlimmer, die Liebe seines Lebens zu
verlieren oder sie nie zu finden? Thommie Bayer, 1953 in Esslingen geboren, studierte Malerei und war Liedermacher, bevor er 1984 begann, Gedichte, Geschichten, Romane und Drehbücher zu schreiben. Sein Roman „Eine kurze Geschichte vom Glück“ war für den Deutschen Buchpreis nominiert. Bemerkungen: Thommie Bayer erzählt eine Geschichte über die Liebe, dabei lässt er sich allerdings - und glücklicherweise - nicht in kitschige Abgründe herab. Es beginnt mit einer merkwürdigen Begegnung zweier Menschen; der eine, Faller, ein seltsamer, reicher Mann mit einer unergründlichen Mission, der, Alexander, andere ein nicht gerade vom Erfolg heimgesuchte Buchhändler. Faller stellt ihn als Chaffeur ein und fortan verbringen sie viel Zeit miteinander. Die Gespräche drehen sich hauptsächlich um die Liebe. Nach und nach werden ihre Lebensgeschichten immer deutlicher. Es gelingt Thommie Bayer den Hörer in diesen beiden Leben zu fangen, so dass die Verzahnung am Ende tatsächlich sehr überrascht. Obwohl man solche Strukturen kennt, fällt dieser literarisch-logische Kniff während des Hörens nicht auf. Das Finale sorgt so nicht nur für Gänsehaut, sondern auch dafür, dass einem "Fallers große Liebe" nicht so schnell aus dem Gedächtnis weichen wird. In der sehr passenden, ruhigen Inszenierung stehen Andreas Pietschmann und Matthias Ponnier im Mittelpunkt. Ihnen gelingt es, die beiden Figuren mit sehr viel Glaubwürdigkeit zu transportieren, was gerade beim Charakter "Faller" ein nicht unbedingt einfaches Unterfangen ist, da diese Rolle nur wenige gängige Klischees besitzt. Ein großartiges Hörspiel über die Liebe - fernab von Kitsch und aufgesetzter Romantik. "Fallers große Liebe" ist wieder eine dieser Perlen,derentwegen ich das Radiohörspiel verehre. Meine Wertung: + + + + + |
||
![]() |
||