Fisch
nach einer „Farce für den Film“ von Ingmar Bergman
aus dem Schwedischen von Renate Bleibtreu
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Komposition: |
Tilmann Fürstenau und Kai-Uwe Kohlschmidt |
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Produktion: |
SWR 2008 |
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Regie: |
Kai Grehn |
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Länge: |
85 Min. |
Mitwirkende: |
Andreas Schmidt, Dieter Mann, Dagmar Manzel, Alexander Fehling u.a.
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Inhalt: |
Bei der Sichtung alter Manuskripte tauchte es
plötzlich auf: „Fisch. Farce für den Film“.
Bergman hatte das nie realisierte Drehbuch bereits vergessen.
Während der Lektüre seines verschollenen Werkes kehrt die
Erinnerung an seine damalige Situation zurück: Spätherbst
1950 – um Bergman war es nicht zum Besten bestellt. Zwei Ehen
hatte der Zweiunddreißigjährige bereits hinter sich und
schickte sich an, die dritte einzugehen. Vom Frisieren fremder
Drehbücher ließen sich die Unterhaltszahlungen an seine
ehemaligen Ehefrauen kaum bestreiten. Als ein Produzent an ihn
herantrat und Bergman riet, mal „was Lustiges“ zu
schreiben, entstand im Eiltempo von nur einer Woche „Fisch. Farce
für den Film“. Protagonist der Handlung ist der Filmpionier
Joakim Nakens. Neben der Arbeit an seinen komischen
Stummfilmproduktionen treibt ihn vor allem eins um: die Furcht, seine
Ehefrau Anne könne ihn hintergehen. Als ihm ein riesenhafter und
hässlicher Fisch drei Wünsche freistellt, gerät sein
Leben endgültig zur Farce. Seine existenzielle Verzweiflung geht
über in die schreckliche Komik eines Slapstickfilms, der aus
Joakims eigenem kinematographischen Fundus entnommen sein könnte.
Ingmar Bergman
(1918-2007) geboren in Uppsala, war einer der bedeutendsten Filmemacher
und Regisseure des 20. Jahrhunderts. Schon als Kind inszenierte der
streng puritanisch erzogene Bergman im Keller seines Elternhauses
eigene Theaterstücke. Seine Leidenschaft galt Film und Theater
gleichermaßen. Wegen finanzieller Engpässe musste er sein
Studium der Kultur- und Literaturwissenschaften jedoch vorzeitig
beenden. Danach arbeitete er zunächst an mehreren schwedischen
Theaterhäusern und als Drehbuchautor bei Svensk Filmindustri. Der
Durchbruch als Regisseur gelang ihm mit dem Film „Das
Lächeln einer Sommernacht“, der 1956 bei den Filmfestspielen
von Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde. Bergmans
Markenzeichen wurden philosophisch anspruchsvolle und psychologisch
präzise Dramen, wie „Wilde Erdbeeren“, „Szenen
einer Ehe“ oder „Fanny und Alexander“. Seine Filme
wurden mit über 50 Preisen ausgezeichnet, darunter drei Oscars.
Anerkennung und Ruhm betrachtete Bergman Zeit seines Lebens aber immer
skeptisch – so weigerte er sich 1997 an der Ehrung als
„bester Filmregisseur aller Zeiten“, bei den
Filmfestspielen von Cannes, teilzunehmen.
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Bemerkungen:
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Ein Drehbuch Ingmar Bergmanns, das nie den Weg zur
filmischen Verwertung fand, bildet die Grundlage dieser Produktion.
Bergmann lässt hier seinen Held Joakim allerlei
Schicksalsschläge erleiden, die auch nicht weniger werden, als ihm
der Fisch mit seinen drei Wünschen über den Weg läuft.
Eine Spirale des Ungemachs entwickelt sich und treibt unaufhaltsam
einem bösen Ende zu.
Natürlich springt die Geschichte von einer reelen Idee in eine
phantastische Ebene, vergisst aber dabei nicht, den Hörer mit viel
(schwarzem) Humor zu versorgen.
Allerdings steht einer insgesamt guten Unterhaltung die leicht
spröde Umsetzung ein wenig im Wege. Zwar schwingt das Flair der
Stummfilmzeit hier gut mit, allerdings ist die Erzählweise ein
wenig trocken und ermüdet über die lange Spielzeit doch hier
und da das Ohr.
So sollte man schon ein gewisses Faible für die Thematik
mitbringen und sich an einer etwas weniger zugänglichen Umsetzung
nicht wirklich stören. Wer sich darauf einlassen kann, der wird
hier gut unterhalten.
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