Fischsuppe

Von Guy Helminger
Regie: Jörg Schlüter
WDR 2011
54 Min.

Hörprobe:



Kommentatorin: Tanja Schleiff
Benjamin Fisch: Ulrich Gebauer
Pamir Özgül: Denis Moschitto
Marianne Schlebusch: Judith Engel
Bert Flautbach: Horst Mendroch
Renate Flautbach: Beate Abraham
Chico: Mark Zak
Rezeptstimme: Matthias Ponnier


v.l.n.r.: Fisch (Ulrich Gebauer), Reporterin (Tanja Schleiff), Pamir Özgül (Denis Moschitto) und Marianne Schlebusch (Judith Engel); Bild: WDR / S. Anneck
v.l.n.r.: Fisch (Ulrich Gebauer), Reporterin (Tanja Schleiff), Pamir Özgül (Denis Moschitto) und Marianne Schlebusch (Judith Engel); Bild: WDR / Sybille Anneck


„Benjamin Fisch ist Angler. Was für andere wie ein Kalauer klingt, bestimmt sein ganzes Leben.“ Was als harmloses Porträt für das Lokalfernsehen beginnt, entwickelt sich zu einer rätselhaften und grotesken Geschichte. Denn Benjamin Fisch wird unter den Augen der Reporterin, seiner Freunde und Nachbarn immer fremder, genauer gesagt: immer fischiger. Auch wenn es keiner recht eingestehen will, Benjamin Fisch scheint zu dem zu werden, was sein Name verspricht. Ist es eine Krankheit, eine Verhaltensstörung oder eine evolutionäre Rückentwicklung? Welche Erklärung seine Umwelt auch heranzieht - so ganz wasserdicht wird es kaum einer nennen, wenn der Mensch sich dem Fisch annähert. Und vor allem: Wie will man das im Lokalfernsehen erklären?

Guy Helminger, geboren 1963 in Esch/Alzette (Luxemburg), lebt seit 1985 in Köln. Er schreibt Lyrik, Prosa, Theaterstücke und Hörspiele, darunter „Fünf Sekunden Leben“ (WDR 2001), „Frau Gantner“ (WDR 2010). Zuletzt erschien bei Eichborn sein Roman „Neubrasilien“.


Bemerkungen:

"Fischsuppe" ist auch wieder eines jener Hörspiele, die zwar einen originellen Aufhänger besitzen, aus dem dann aber auf die Spielzeit bezogen zu wenig gemacht wird. Das Problem ist, dass hier dem Hörer recht schnell klar wird, wohin der Hase laufen will. Man bemüht sich mit der Einflechtung neuer Details und Aussagen, dies ein wenig hinauszuzögern, es gelingt aber nur bedingt. Viele Passagen sind daher nur aufgrund der Diskrepanz zwischen der Absurdität der Ereignisse und dem Bemühen, dies sachlich zu schildern interessant. Ein recht origineller Punkt ist noch die Einbindung der Rezeptstimme, allerdings wirkt es ein wenig wie das Wasser, das man zugießt, um die "Fischsuppe" zu verlängern.

Immerhin bekommt man eine sehr ordentliche Sprecherriege geboten, die sich alle Mühe geben, das Hörspiel interessant zu halten. Wunderbar ist insbesondere der herrlich fies agierende Matthias Ponnier als die bereits erwähnte Rezeptstimme. Bei der Besetzung gibt es nichts auszusetzen.

Insgesamt würde ich "Fischsuppe" einen mäßigen Unterhaltungswert aussprechen. Die Idee ist gut, was man daraus macht, ist inhaltlich nicht überzeugend genug.


Meine Wertung: + / -

 
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