Frauentags Ende
oder
Die Rückkehr nach Ubliaduh

von Fritz Rudolf Fries
Regie:  Wolfgang Rindfleisch
mdr 1995
60 Min.


Peter Arlecq: Winfried Glatzeder
Klaus Paasch: Manfred Krug
Anne: Andrea Solter
Brigitte Lohmann: Frauke Poolman
Herr Lohmann: Horst Hiemer
Frau Lohmann: Marylu Poolman
Tante Flora: Franziska Troegner
Gott: Eberhard Esche
Stanislaw: Edgar Harter
Frau Schwennicke: Heide Kipp
Chefarzt: Dieter Bellmann
Hauswirt: Siegfried Worch
Stasi 1: Matthias Hummitzsch
Stasi 2: Wolfgang Jakob
Berger: Peter Groeger
Polizist: Reinhard Straube
Betreuer: Dieter Wien
Casas: Ivan Gallardo
Mähdrescherfahrer: Wolfgang Sörgel
Zeitungsverkäufer: Manfred Graf
Kiedorf Stimme Sektorengrenze: Kathy Vanovitch
Stimmen im Zug: Dieter Jaßlauk, Axel Thielmann


"I knew a wonderful Princess in the land of Oobliadooh ...", Dizzie Gillespie leiht der Sehnsucht der beiden Freunde Peter Arlecq und Klaus Paasch Text und Musik, was die Prinzessin anlangt und das Land auch. Beide haben sie im Leipzig der späten 50er-Jahre studiert, in Ulbrichts Lieblingsstadt; Romanistik der eine, Zahnmedizin der andere. Mit Hilfe von Jazz, Westbüchern und Mädchen versuchten sie, Rumtreiber und Sympathisanten jeder Art von zwielichtigem Volk, ihrem fahnengeschmückten Vaterland eine Nase zu drehen; dann ließen sie den Aufbau des Sozialismus im Stich. Indes fanden sie auch das Auffanglager Marienfelde, trotz besserer Zigaretten, nicht gut zum Aushalten, so dass die Zukunft sie einholte, unter anderem in Gestalt ihrer Ehefrauen und der Kinder, die sie früher kriegten als geplant. Doch der Ernst des Lebens ist selbst nicht ganz ernst. Man stelle sich vor, dass die beiden berüchtigten Bohemiens Made in GDR Anfang der 80er Jahre (nachdem sie zwar nicht Oobliadooh, jedoch ihren Platz im Leben gefunden hatten) eben diese Ehefrauen kurzerhand ins Jenseits beförderten, was ihnen Bautzen einbrachte und später eine kleine Befreiung in einer großen: Silvester 1989 sitzen sie wieder in Leipzig und denken zurück.

Fritz Rudolf Fries, Jahrgang 1935, nach einer Kindheit in Bilbao in Leipzig aufgewachsen, Studium der Romanistik dortselbst bei Werner Krauss, mit dem er Anfang der 60er-Jahre an die Akademie der Wissenschaften nach Berlin geht. Verliert seine Stelle, als sein erster Roman "Der Weg nach Oobliadooh", 1966 im Westen erscheint; in der DDR darf das Buch erst 1989 herauskommen. Zahlreiche Romane, Erzählungen, Essays und Hörspiele; zuletzt "Die Nonnen von Bratislava" (1995).


Bemerkungen:

Ich weiß nicht, ob es für das Hörspiel spricht, wenn die Inhaltsangabe deutlich interessanter und plausibler ist, als die Produktion selbst. Bei "Frauentags Ende" fehlt mir eine Struktur und ein erkennbarer Sinn, weshalb diese Geschichte überhaupt erzählt wird. Sicherlich bietet man hier die eine oder andere interessante Episode, ein großes Ganzes wird es aber irgendwie nicht.

Dazu fand ich auch die Inszenierung viel zu steif. Insbesondere die Protagonisten Krug und Glatzeder haben mich überhaupt nicht überzeugt. Das war meist mehr Runterlesen vom Blatt, als tatsächliches schauspielerisches Können.

Einzig die Idee des thematischen Einbindens der Jazzmusikstücke fand ich sehr passend und gut gelöst, was aber auch die Wertung auch nicht in den positiven Bereich  ziehn konnte.
   
Meine Wertung: -
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