Freetown Nonstop
Ein Verwirrspiel mit ungleichen Paaren
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Autor: |
Ludwig Fels |
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Produktion: |
WDR 2009 |
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Regie: |
Jörg Schlüter |
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Länge: |
51 Min. |
Mitwirkende: |
v.l.:
Gratto (Thomas Dannemann), Tilla (Sascha Icks), Annegret (Kathrin
Angerer) und Walter (Wolfram Koch) vor dem Käfig mit dem Vogel
"Pucki", der in dem kammerspielartigen Geschehen eine wichtige Rolle
spielt.
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Inhalt: |
Darf man das Lächerliche ernst nehmen, ohne den Ernst
lächerlich zu machen? Darf man Liebe und Leid, diese siamesischen
Zwillinge der Gefühle, wie ein Wunder betrachten oder wie eine
Krankheit?
Tilla wartet sieben Jahre auf ihren Mann Danny, den sie im
Gefängnis geheiratet hat, und am Tag seiner Entlassung, an dem es
das Wiedersehen zu feiern gälte, kommen die Trauzeugen in die
Wohnung, um festzustellen, dass sie just vor der
„Hochzeitsnacht“ mit einem anderen Mann geschlafen hat:
vielleicht eine Art Notwehr gegen das Warten bis zum letzten Augenblick.
Das „Verwirrspiel mit ungleichen Paaren“ dreht sich um das
letzte Körnchen Wahrheit: den Verlust seiner selbst. Ein Vogel
namens Pucki ist das Bindeglied zwischen Realität und Illusion,
Sierra Leone eine Metapher für falsche Träume, Freetown die
Fiktion einer heillosen Absurdität. Flieg, Vogel, flieg! (der
Autor)
Ludwig Fels, geboren 1946 in Treuchtlingen, ist seit 1973 freier Autor.
Er schreibt Romane, Theaterstücke und Hörspiele. Sein Werk
wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem
Wolfgang-Koeppen-Preis (2004). Der WDR produzierte 2006 sein
Hörspiel „Jack kommt dann vorbei, er möchte uns
fotografieren“. Ludwig Fels lebt seit 1983 in Wien.
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Bemerkungen:
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Ein interessanter Ansatz, den uns Autor Ludwig Fels in
diesem Hörspiel präsentiert. Die Geschichte, die auf einem
Grat zwischen Realität und Wunschdenken dahingleitet, schafft es
aber leider nicht ganz, den Hörer mitzureissen.
Einiges der inhaltlichen Substanz wird allerdings zu sehr von Dialogen
kaschiert, die nicht immer den Punkt treffen und den Hörer hier
und da schon ein wenig aus der Spur der Geschichte werfen können.
Seiner Bezeichnung "Verwirrspiel" wird das Stück insoweit schon
gerecht.
Andererseits gelingen Fels auch sehr gute Bilder, und er belegt seine
Figuren sehr ausdrucksstark. Diese werden dann auch von dem gut
agierenden Ensemble sehr passend dargestellt.
Ein Hörspiel, dass vielleicht nicht jeden Geschmack trifft, da es
sich dem Hörer nicht wirklich aufdrängt. Man muss schon ein
wenig ein Faible für das neuere Radiohörspiel mitbringen, um
an dieser Produktion gefallen zu finden.
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