| Friedas Schmetterlinge Hörspiel von Ria Endres Regie: Hans Gerd Krogmann hr 2010 ![]() Rosemarie Fendel (links) spricht die Rolle der greisen Frieda, Irm Hermann spricht die Rolle der Tochter, Bild: HR/Benjamin Knabe „Friedas Schmetterlinge“ erzählt von der Begegnung mit dem Alter, von den erschreckenden, seltsamen und kuriosen Veränderungen, die es mit sich bringen kann. Vor den Augen der Ich-Erzählerin verwandelt sich die greise Mutter in ein immer ferneres Wesen, in ein Geschöpf, das zwischen Himmel und Erde schwebt. Die Tochter versucht mit Maßnahmen der Realitätserkennung dagegen zu halten, unterrichtet die Mutter im Gebrauch des Telefons, lässt sie das Geld zählen und die Gegenstände ihrer Umgebung benennen – ohne jedoch selbst zweifelsfrei erkannt zu werden. Die Wirklichkeit scheint längst wie eine fremde Sprache, deren Vokabeln sich im Kopf der Greisin nicht mehr einnisten wollen. Die Autorin Ria Endres, geboren 1946 in Buchloe, promovierte mit einer Arbeit über Thomas Bernhard und lebt als freie Schriftstellerin in Frankfurt am Main. Sie veröffentlichte Lyrik, Essays, Erzählungen und Hörspiele. Zuletzt erschien von ihr der Essay „Jacopo Tintoretto und Venedig“ im Rimbaud Verlag. Bemerkungen: In diesem Hörspiel erzählt die Autorin Ria Endres vom Wachsen einer Demenzerkrankung. Geschildert wird dies aus der Sicht einer Tochter, die die Entwicklung ihrer Mutter im immer stärker werdenden Verfall betrachtet. Das wirkt sehr authentisch, da man hier gerade die Steigerungen sehr fließend einbindet und sich auch Zeit für Details nimmt. Getragen wird das Stück von Irm Hermann und Rosemarie Fendel. Zwei großartige Sprecherinnen, die allerdings hier nur eingeschränkt agieren können, da vieles hier emotional sehr ruhig abläuft und es nur wenig Möglichkeiten gibt, Akzente zu setzen. Die Umsetzung ist eher schlicht, was aber hier durchaus adäquat ist. Für meinen Geschmack hätte man auch auf die eingestreuten kurzen musikalischen Jingles gerne verzichten können; diese wirkten doch eher bemüht, denn hilfreich. Empfehlenswert ist das Hörspiel auf jeden Fall, da es ein oft verdrängtes Thema in den Fokus rückt, und dies ohne Effekthascherei auch darzustellen weiß. Meine Wertung: + + + |
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